Anklage fordert 18 Monate Bewährung für Villepin

Französischer Ex-Premier vor Gericht
Französischer Ex-Premier vor Gericht ©APA (Archiv/epa)
Im Rufmordprozess gegen den französischen Ex-Premier Villepin fordert die Staatsanwaltschaft eine 18-monatige Bewährungsstrafe. Zudem müsse Villepin 45.000 Euro Strafe zahlen, verlangte Staatsanwalt Marin am Dienstag in Paris. Villepin hat sich nach Einschätzung der Anklagebehörde in einem Komplott gegen den heutigen Staatschef Sarkozy, der sogenannten Clearstream-Affäre, zum "Komplizen" gemacht.

Der damalige Kabinettskollege von Sarkozy habe die Machenschaften von Jean-Louis Gergorin, damals Spitzenmanager des Rüstungs- und Luftfahrtkonzerns EADS, “mit seinem Schweigen unterstützt”, sagte Marin in seinem Plädoyer. Villepin und Sarkozy strebten seinerzeit beide die Nachfolge des damaligen Staatschefs Chirac an.

Der frühere Luftfahrtmanager Gergorin hatte der Justiz im Jahr 2004 wissentlich gefälschte Listen mit Konten beim Luxemburger Finanzinstitut Clearstream zugespielt, die Sarkozy und mehrere EADS-Manager in Verruf bringen sollten. Für den ehemaligen EADS-Vizepräsidenten forderte die Staatsanwaltschaft eine Gefängnisstrafe von drei Jahren, davon die Hälfte zur Bewährung.

Die Kläger werfen Villepin vor, im Jahr 2004 an einem Komplott gegen seinen politischen Rivalen Sarkozy beteiligt gewesen zu sein, der im Prozess als Nebenkläger auftritt. Der ehemalige Premier soll sich mit Gergorin und dessen Gehilfen Imad Lahoud verbündet haben, um Sarkozy und weitere namhafte Franzosen in den Verdacht zu bringen, sie hätten Schmiergeldzahlungen für ein Waffengeschäft erhalten. Für Lahoud forderte die Pariser Staatsanwaltschaft am Dienstag zwei Jahre Gefängnis.

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