Angst vor Vulkanausbruch auf Island: Touristen evakuiert

Die Behörden befürchten einen Vulkanausbruch wie 2010 (Eyjafjallajokull).
Die Behörden befürchten einen Vulkanausbruch wie 2010 (Eyjafjallajokull). ©EPA (Archivbild)
Isländische Behörden haben ein Gebiet nahe jenem Gletscher evakuiert, auf dem in den kommenden Tagen und Wochen ein Vulkan ausbrechen soll. Zwischen 70 und 300 Touristen mussten ihre Unterkünfte nahe dem Vatnajökull-Gletscher, der sich auf der Spitze des Vulkans Bardarbunga befindet, verlassen.

Seit Samstag wurden Tausende Erdbeben im Gebiet nahe des Vulkans Bardarbunga auf Island gemessen.

Die Evakuierung am Dienstagabend sei sehr ruhig und geordnet vor sich gegangen, sagte der Verwalter des Vatnajökull-Nationalparkes, Hjörleifur Finnsson. “Wir hatten einen Plan für solche Fälle, und mit Hilfe des Roten Kreuzes konnten wir alle in Sicherheit bringen.” Bis um 3.00 Uhr habe die Aktion gedauert.

Urlauber wurden evakuiert

Die Gegend nördlich des Vatnajökull-Gletschers ist vor allem bei Wanderurlaubern beliebt. Feste Bewohner gibt es nicht. Die meisten Urlauber reisen mit einem Auto an und übernachten in einer der vielen Hütten der Nationalparkverwaltung. So sei die Evakuierung relativ einfach gewesen, erklärte Hjörleifur.

2.600 Erdbeben bei Bardarbunga-Vulkan

Bis Montagabend hat das Meteorologische Institut auf Island 2.600 Erdbeben gemessen. Das stärkste erreichte den Wert 4,5 auf der Richterskala. Die Warnstufe für den Vulkan wurde auf die zweithöchste Stufe “Orange” hinaufgesetzt. Derzeit gebe es zwar keine Anzeichen einer Eruption, doch könne diese aufgrund der Aktivität nicht ausgeschlossen werden, sagten die Meteorologen. Es gebe Anzeichen von Magma-Bewegungen.

Vulkanausbruch auf Island befürchtet

“Wir befürchten in erster Linie, dass ein Vulkanausbruch zu einer gewaltigen Schneeschmelze führt, was wiederum Überschwemmungen zur Folge hätte”, sagte ein Meteorologe. Experten warnten davor, dass bei einer Eruption Asche in die Atmosphäre geschleudert würde, die den Flugverkehr behindern könnte.

Vor vier Jahren hatte der Ausbruch des isländischen Gletschervulkans Eyjafjallajökull den Flugverkehr in weiten Teilen Europas für mehrere Tage lang lahmgelegt. Mehr als 100.000 Flüge fielen aus. Auch der Tourismus auf Island kam fast komplett zum Erliegen. Auf Island sind gut 30 Vulkane aktiv. Die Insel mit ihren rund 317.000 Bewohnern erlebt im Durchschnitt alle fünf Jahre einen Vulkanausbruch.

(APA/Red)

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