Angriff der Lederhosenzombies - Trailer und Kritik zum Film

Steckt man beide in Tracht, ist der Sprung vom torkelnden Après-Ski-Gast zum Zombie eigentlich nicht weit. Das dachte sich auch der steirische Nachwuchsregisseur Dominik Hartl, der in seiner lustvollen Horrorkomödie "Angriff der Lederhosenzombies" eine blutig-matschige Kollision beider Seiten heraufbeschwört.

Abrechnung mit dem winterlichen Treiben auf Almhütten und Hommage an Genre-Klassiker wie Peter Jacksons “Braindead” zugleich, erzählt die größtenteils auf Englisch gedrehte Produktion von drei Profi-Snowboardern, die nach einem gescheiterten Sponsoring-Deal in den Tiroler Alpen stranden und in eine Zombieapokalypse geraten.

Angriff der Lederhosenzombies – Die Handlung

Auslöser für die Epidemie ist ein vermeintliches Wundermittel für ewig bestehenden Kunstschnee, das der gierige Hotelier Franz (Karl Fischer) an den Mann bringen will – konkret an den russischen Investor Chekov, der ungewollt mit der grünen Brühe in Berührung kommt und sich schleichend zum Untoten wandelt.

Beim Saisonabschluss in der “Gaudihütte” der resoluten Wirtin Rita (Margarethe Tiesel) fällt so ein grunzender, wankender Kerl erstmal nicht auf – weshalb der unbemerkt die beschwipsten Wintersportler um sich herum beißen und infizieren kann. Es dauert nicht lange, bis die Situation eskaliert und nur noch ein kleines Grüppchen an Nicht-Zombies am Dachboden über bleibt. Als die Flucht misslingt, müssen Franz, Rita und die zerstrittenen Snowboarder Steve (Laurie Calvert), Branka (Gabriela Marcinková) und Josh (Oscar Dyekjær Giese) zu ungewöhnlichen Mitteln greifen, um der Situation lebend zu entfliehen.

Angriff der Lederhosenzombies – Die Kritik

Armbrust, Bierbank, Snowboard, Schneefräsen oder auch einlullende Musik halten beim großen Finale dieses urigen Splatter-Films als Waffen gegen die vom Berliner Studio “Chris Creatures” gestalteten Zombies her. Hartl hat dabei ganz auf klassische Tricktechnik gesetzt, sprich: das Gemetzel ohne Computereffekte gedreht – inklusive jede Menge spritzendem Blut und zum “Donauwalzer” durch die Lift fliegende, abgetrennte Gliedmaßen. Das ist spaßig mitanzusehen, vor allem dank der Killermaschine Rita: Die 57-jährige Margarethe Tiesel (“Paradies: Liebe”) sticht neben den sonst eher amateurhaft anmutenden Darstellungen heraus und bringt als kampflustige Hüttenwirtin mit kultverdächtigen One-Linern à la “Heit gibt’s Faschiertes” oder “Bring it on” die meisten Lacher.

Abseits von Tiesel und dem eh sehr lustigen “Denglisch” weiß “Angriff der Lederhosenzombies” sein humoristisches Potenzial leider nicht komplett zu entfalten: Der 80-Minüter braucht zu lange, um in Fahrt zu kommen, gerät immer wieder ins Stocken. Anders als bei seinem Coming-of-Age-Juwel “Beautiful Girl” ist Hartl bei seinem zweiten Langfilm der Rhythmus nicht so ganz gelungen. Ein spaßiger Beitrag zu einem neu aufblühenden, österreichischen Genrekino ist der alpine Zombiestreifen aber allemal – und lässt auf den Nachfolger hoffen: In “Blood Jam – Die letzte Party Deines Lebens” hetzt Hartl einer Gruppe von Maturareisenden einen Killer auf den Hals.

>> Alle Filmstartzeiten zu “Angriff der Lederhosenzombies”

(APA)

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