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Angele und Tony - Trailer und Kritik zum Film

Es ist nicht gerade ein sonderlich neues Phänomen, dass sich Paare aus rein pragmatischen Gründen zusammen tun, auch wenn es in unserer Gesellschaft seltener oder vielleicht auch nur verborgender geschieht. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Alix Delaportes sehr ruhiger, sehr eindringlicher Film “Angele und Tony” handelt von einem solchen Paar und einer Beziehung, die ganz nüchtern und bewusst ihren Anfang nimmt und dann doch noch zu so etwas wie Liebe wird.

Angele versucht nach einer Haftstrafe im Leben wieder Fuß zu fassen, hält sich mit kleinen Diebstählen über Wasser, schwänzt immer wieder den von ihrem Bewährungshelfer organisierten Job und hat auch mal Sex gegen kleine Geschenke. Vor allem aber will die junge Frau ihren kleinen Sohn Yohan zurück, der die letzten Jahre bei den Großeltern gelebt hat. Dafür braucht sie einen Mann und trifft so über eine Kontaktanzeige den Fischer Tony.

Wenn zwei Menschen langsam zusammenfinden: “Angele und Tony”

Der ist alles andere als das, was man einen Traummann nennt: recht füllig, das Haar schon arg schütter und viele Worte macht er auch nicht. Allerdings lässt er sich auch nicht von der schönen Adele bezirzen, die glaubt, ihn mit Sex für sich gewinnen zu können. Trotzdem gibt er Angele eine Chance, lässt sie bei sich am Fischstand arbeiten und in seinem Haus wohnen, wo auch seine Mutter wohnt.

Delaporte erzählt diese wunderschöne Geschichte vor der rauen Kulisse der Normandie. Der Himmel ist meist Wolken verhangen, nur selten schafft es ein zarter Sonnenstrahl durch das Grau. Der Wind, die Wellen, dazwischen Möwengekreische bestimmen die Klangkulisse, dazu sanfte Gitarrentöne oder etwas dramatische Klaviermusik. Der Film gleitet in seiner Rauheit dahin und nimmt den Zuschauer doch intensiv mit in das Geschehen des harten Lebens am Meer.

Vor allem mit ihren Hauptdarstellern hat die Regisseurin und Drehbuchautorin einen absoluten Glücksgriff getan. Clotilde Hesme spielt die kindhaft und zugleich mitunter verschlagene Adele in ihrer Verletzlichkeit und Schroffheit derart eindringlich und überzeugend, dass der Zuschauer sehr, sehr lange braucht, um dieser Figur näher zu kommen, ihr zu trauen. Und Gregory Gadebois als verschlossener und immer ein wenig raubeinig daher kommender, dabei aber ebenso verletzliche Tony füllt diese Figur nicht nur physisch grandios aus, sondern schafft es auch, dass man Adele nur allzu gut versteht, dass sie sich an diesem Fels anlehnen will. Dem Zuschauer geht es irgendwann genauso. Diesen Film muss man unbedingt sehen, vorausgesetzt man will kein rosarotes Hollywood-Kino.

(APA)
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