Angebliches "Pink Panther"-Mitglied verurteilt

Angeklagter will der Gruppe nicht angehört haben
Angeklagter will der Gruppe nicht angehört haben
Weil er als angebliches Mitglied der gleichermaßen weitverzweigten wie berüchtigten "Pink Panther"-Bande im Herbst 2011 an zwei Raubüberfällen auf Wiener Juwelier-Geschäfte beteiligt war, ist ein 22-jähriger Serbe am Dienstag im Straflandesgericht zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.


Der Mann hatte sich zu den Coups schuldig bekannt, aber bestritten, der auf Raubüberfälle spezialisierten Bande angehört zu haben. “Er kennt weder den Zeichentrickfilm noch eine Organisation mit diesem Namen”, stellte Verteidiger Christian Werner klar. Zugleich kündigte der Anwalt schon zu Beginn der Verhandlung an, der Angeklagte werde keine Fragen in diese Richtung beantworten. Der 22-Jährige sei “ein kleiner Mitläufer, der kleinste Fisch, den man erwischt hat”, betonte Werner.

Der Angeklagte gab zu, am 1. September am Überfall auf einen Juwelier in Wien-Hernals beteiligt gewesen zu sein. Insgesamt drei Männer hatten damals maskiert die Räumlichkeiten betreten, den Geschäftsinhaber mit einer Pistole bedroht und die Glasvitrinen zertrümmert. Als der Besitzer davonlaufen wollte, wurde ihm mit der Waffe auf den Kopf geschlagen.

Der an sich schon abgeschlossene Raub nahm eine dramatische Wende, als aus einem Nebenraum ein Mitarbeiter des Juweliers die Szene betrat. Dieser packte den 22-Jährigen am Arm. Dessen Komplizen ergriffen darauf überstürzt mit einem eigens zu diesem Zweck vor dem Laden abgestellten Motorrad die Flucht, das im Vorfeld gestohlen worden war, während sich der 22-Jährige mit dem Angestellten herumschlagen musste. Der Mitarbeiter verfolgte auch den Räuber, als dieser sich endlich losreißen konnte, sodass dieser den Großteil der Beute, aber auch seine Sturmmaske und seine Jacke wegschmeißen musste, um nicht eingeholt zu werden.

Da aufgrund dieser Umstände die gesamte Beute mit Goldschmuck im Wert von 30.600 Euro geringer als erwartet ausfiel, raubte nach Darstellung des 22-Jährigen das Trio am 7. September mit derselben Masche einen Juwelier am Alsergrund aus. Während seine beiden Komplizen mit der Pistole drei Angestellte in Schach hielten, zerschlug der 22-Jährige mit einem Hammer die Vitrinen, in denen Luxus-Uhren ausgestellt waren. Mit 33 Breitling- und 16 Zenith-Modellen im Gesamtwert von knapp 96.000 Euro war diesmal der Überfall, der nur 45 Sekunden dauerte, ein voller Erfolg.

Laut Anklage brachten die drei Täter die Beute in eine unbekannt gebliebene Wohnung. Ihr weiterer Verbleib konnte nicht geklärt werden. Da der 22-Jährige an beiden Tatorten seine DNA-Spuren hinterlassen hatte – in Hernals fanden sich seine genetischen Merkmale an der weggeworfenen Kleidung, beim zweiten Mal hatte er eine Schirmmütze verloren -, konnte er identifiziert und in seiner Heimat, in die er unter seinem richtigen Namen mit einem AUA-Linienflug zurückgekehrt war, festgenommen werden. Seine Mittäter, deren Identität die Polizei kennt, dürften in Serbien untergetaucht sein.

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