Angeblicher Suizidversuch von US-Anwalt in Ruanda

Gut zehn Tage nach seiner Verhaf­tung soll ein US-Anwalt in ruandesischer Haft einen Selbstmordversuch unternommen haben. Die staatliche ruandesische Zeitung "New Times" berichtete am Freitag in ihrer Online-Ausgabe, der an der Universität von Minnesota lehrende Paul Erlinder habe versucht, sich mit einer Überdosis Medikamente umzubringen.

Erlinder war im Mai festgenommen worden, als er in Kigali seine Klientin Victoire Ingabire Umuhoza besuchte, die im August bei den Präsidentenwahlen in dem ostafrikanischen Kleinstaat gegen Amtsinhaber Paul Kagame antreten will.

Erlinders Tochter sagte dem britischen Rundfunksender BBC, sie glaube nicht an einen Selbstmordversuch. Die Familie befürchte, “dass dies nur etwas anderes vorbereitet, das ihm zustoßen könnte”.

Die ruandesischen Behörden hatten Ingabire in den vergangenen Monaten zweimal festgenommen und an der Ausreise gehindert. Sie werfen der Oppositionspolitikerin Leugnung des Völkermords an mindestens 800.000 Angehörigen der Volksgruppe der Tutsi und gemäßigten Hutu im Jahr 1994 vor. Unter diesem Vorwurf wurde auch Erlinder festgenommen.

Erlinder hatte vor dem UNO-Tribunal im tansanischen Arusha einen Offizier verteidigt, der wegen seiner Beteiligung am Völkermord zu lebenslanger Haft verurteilt worden war. Nach dem Bericht der “New Times” hatte Erlinder kurz vor seiner Reise nach Kigali in Brüssel eine Konferenz mitorganisiert, an der auch mehrere noch flüchtige Völkermord-Verdächtige teilgenommen haben sollen.

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