Angeblich Mordaufrufe gegen Wiener Yeziden-Gemeinde

Wiener Islamisten drohen Yeziden mit Mord
Wiener Islamisten drohen Yeziden mit Mord ©APA (Sujet)
Islamisten sollen Yeziden, die in Wien leben, mit Mord drohen. Laut ersten Informationen werde gegen eine neu entstandene Szene radikaler Islamisten ermittelt.

Mordaufrufe gegen die in Wien lebende Yeziden-Gemeinde (eine religiöse Minderheit innerhalb der Kurden, Anm. der Red.) hätten den Verfassungsschutz auf den Plan gerufen, berichtet die Tageszeitung “Kurier” (Mittwochsausgabe). Ermittelt werde gegen eine neu entstandene Szene radikaler Islamisten, deren Mitglieder der syrisch-irakischen Terrormiliz “Islamischer Staat” (IS) nacheiferten.

Mordaufruf gegen Yeziden

Innenministeriumssprecher Karl-Heinz Grundböck wies dazu auf Anfrage der APA auf den Verfassungsschutzbericht hin, der sich mit radikalen Tendenzen in Österreich befasse. Auch in Österreich gebe es Befürworter radikaler Bewegungen in der Nahost-Region. Der Verfassungsschutz beobachte diese Gruppen aufmerksam. Allerdings, so Grundböck, gebe es einen Unterschied, ob bestimmte Ideologien gutgeheißen oder ob konkrete Handlungen gesetzt werden, die in den Bereich der Strafbarkeit fallen. In diesem Fall seien Polizei und Verfassungsschutz zu Ermittlungen befugt. Eine konkrete Gefährdung der in Österreich lebenden Yeziden sieht Grundböck nicht.

700 Yezide in Wien

Laut “Kurier” sehen sich die etwa 700 in Wien lebenden Yeziden derzeit mit massiven Drohungen im Internet konfrontiert. Der Politologe Thomas Schmidinger, der sich als Wissenschafter unter anderem mit den Yeziden beschäftigt hat , beschrieb gegenüber dem “Kurier” die Stimmung: “Bedroht fühlen sich alle. Vor allem wegen der Untätigkeit der Behörden, wenn die Extremisten mit Jihad-Symbolen in der Öffentlichkeit herumlaufen.”

Radikale Islamisten in Wien?

Parallel zum Siegeszug der IS-Milizen durch Syrien und den Irak habe sich in Wien unter jungen Migranten eine radikalisierte IS-Fangemeinde entwickelt, schreibt der “Kurier”. Es handle sich zumeist um Halbwüchsige, viele von ihnen ohne Berufsausbildung. Die meisten lebten in den Bezirken Floridsdorf und Donaustadt. Fast jeder von ihnen sei bei einem Boxverein oder betreibe einen anderen Kampfsport. Die meisten seien arbeitslos und nutzten die Zeit, um sich im Internet – besonders auf Facebook – zu radikalisieren. Der Verfassungsschutz schätze ihre Zahl auf mehrere Hundert.

(APA)

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