Andrang auf "Long Covid"-Ambulanz in Wien enorm

Der Andrang ist enorm.
Der Andrang ist enorm. ©APA/HANS KLAUS TECHT
Rund zehn Prozent aller Corona-Infizierten leiden nach ihrer Genesung unter Spätfolgen wie Erschöpfung, Kreislaufproblemen und Konzentrationsstörungen.

Am Wiener AKH wurde für diese Patienten vor einem Monat die erste "Long Covid"-Ambulanz eingerichtet. Der Andrang sei enorm, berichtete der ORF am Freitag. Der Großteil der Patienten sei 20 bis 50 Jahre alt, der Jüngste 18, die Älteste 85. Zu 70 Prozent seien Frauen betroffen.

Kalender der Ambulanz bereits bis September voll

"Ursprünglich haben wir geplant, fünf Patienten pro Woche zu behandeln. Die bisherige Anzahl der behandelten Patienten ist aber fast dreimal so hoch, weil der Bedarf so groß ist", schilderte die Leiterin der "Long Covid"-Ambulanz, Mariann Györgyösi, im Ö1-Morgenjournal. Der Kalender der Ambulanz sei bereits bis September voll. Die meisten Betroffenen würden über Müdigkeit, Erschöpfung und Herzrasen klagen, aber auch über neurologische Probleme. "Zum Beispiel Gedächtnisstörungen und Wortfindungsstörungen, die alle zu einer reduzierten körperlichen Belastbarkeit und zu psychosomatische Erkrankungen führen."

Die Ärztin hofft, dass die Kapazität der Ambulanz möglichst bald aufgestockt wird. Es sei medizinisch nicht sinnvoll, wenn eine Person Symptome habe und erst fünf Monate später einen Termin bekomme. Die Zahl der Betroffenen wird wohl weiter stark steigen: Bei 2.000 Corona-Neuinfektionen täglich würden jeden Tag quasi auch 200 "Long Covid"-Betroffene "generiert", so Györgyösi.

Betroffene werden in Österreich unter anderem auch an der Abteilung für Lungenheilkunde in Innsbruck betreut. Györgyösi fordert, ein landesweites Ambulanznetzwerk aufzubauen, um alle Untersuchungen und Behandlungen jeweils an einem Institut durchführen zu können.

(APA/Red)

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