"AndersSehen" im Belvedere

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Kunst für seh- oder hörbehinderte Menschen zugänglich zu machen, wird in den Wiener Museen immer üblicher.

Nachdem das Technische Museum vor etwa einem Monat einen Multimedia-Guide in Gebärdensprache präsentierte, hat nun auch das Belvedere Führungen in Gebärdensprache sowie “AndersSehen”-Programme ins Leben gerufen, bei denen die Skulpturen der Ausstellung “Tony Cragg versus Franz Xaver Messerschmidt” zum Berühren einladen. Im MAK fand heute, Donnerstag, unterdessen die 19. Blindenführung zum Welttag der Fremdenführer statt.

73 Kunstinteressierte mit Sehbeeinträchtigungen im Alter zwischen sieben und 80 Jahren hatten sich bei Koordinatorin Sigrid Massenbauer angemeldet, mehr als doppelt so viele wie noch vor fünf Jahren. “Der Zuspruch wird immer größer”, erklärte Massenbauer im APA-Gespräch. Jedes Jahr sucht sie mit ihrem Team ein anderes Museum, “das uns erlaubt, Dinge anzugreifen. Zusätzlich arbeiten wir auch mit Musik und Gerüchen.” Auch im Belvedere wird das Tasterlebnis um eine ausführliche auditive Erläuterung zu den Künstlern, ihrer Arbeitsweise und ihm Werk ergänzt.

“Barrierefreiheit ist ein umfassendes Konzept”, erklärte Irene Vogel, die Geschäftsführerin der Hilfsgemeinschaft der BIinden und Sehschwachen Österreichs, die das Belvedere-Projekt betreut hat, in einer Aussendung. Nicht nur Räume müssten zugänglich gemacht werden, sondern auch Kunst. Sigrid Massenbauer hofft, dass das wachsende Interesse an den Blindenführungen, noch mehr Museen zur Einrichtung fixer Programme für seh- oder hörbehinderte Menschen machen wird. “Manchmal braucht es ein bisschen Überzeugungsarbeit”, erzählte sie, “aber danach waren auch die Museen immer ganz begeistert.”

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