"An Dramatik nicht zu überbieten"

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Dramatische Minuten haben sich Sonntag in der Früh vor der Festnahme des mutmaßlichen burgenländischen Amokläufers in Wien-Favoriten abgespielt.

Bis zuletzt hatte der Mann seine eingesteckte Pistole in der Hand, durch Zureden von Beamten der Polizeispezialeinheit WEGA wurde der 45-jährige jedoch zur Aufgabe überredet. Er ließ sich um 6.10 Uhr widerstandslos festnehmen.

Nachdem bekannt geworden war, dass der mutmaßliche Dreifachmörder seinen Mercedes in der Davidgasse 52 abgestellt hatte, lagen die WEGA-Beamten dort seit Mitternacht auf der Lauer. Gegen 6.00 Uhr tauchte der Mann dann tatsächlich auf: Er war mit dem grünen Golf seiner Schwester unterwegs und wollte offenbar in sein Auto umsteigen.

Widerstandslose Festnahme

„Er hat sich dann 30 Meter hinter dem Mercedes eingeparkt“, schilderte Major Peter Scheibner von der WEGA. Als er zu seinem Fahrzeug ging, sprachen ihn die Polizisten an, zunächst zeigte der Mann aber keine Reaktion. „Er hatte die rechte Hand in der Jackentasche und hielt die linke in die Höhe“, sagte Scheibner. Erst beim dritten Zuruf ließ der 45-Jährige sich zur Aufgabe überreden. Er legte die Waffe, die er bis dahin in der Jackentasche eingesteckt hatte, ab und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Die Situation war äußerst gefährlich, schilderte der stellvertretende Generalinspektor der Sicherheitswache, Brigadier Karl Mahrer: „Die Situation, wenn ein Mensch nichts zu verlieren hat, ist eigentlich an Dramatik nicht mehr zu überbieten.“ Er lobte das Vorgehen der Einsatzkräfte als „sehr besonnen“, wodurch ein Blutbad verhindert worden sei.

Offenbar hätte die Festnahme auch dramatischer ausgehen können. Als der Mann in Handschellen war, sagte er laut WEGA zu den Beamten:
„Meine Waffe ist ein Goldstück, die hätte eure Schutzwesten locker durchschlagen. Was hättet ihr gemacht, wenn ich geschossen hätte?“

Großkalibrige Faustfeuerwaffe

Über den psychischen Zustand des Mannes oder eine etwaige Alkoholisierung wollten die Polizisten kein Urteil abgeben. Bei seiner Waffe habe es sich um eine großkalibrige Faustfeuerwaffe aus Osteuropa gehandelt.

Die Davidgasse war einer von mehreren Punkten, die in Wien observiert wurden. Vier bis fünf Orte, zu denen der Täter einen Bezug hatte, waren überwacht worden.

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