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AMS Wien: 2,2 Prozent mehr Arbeitslose im Mai

In Wien sieht die Situation für Arbeitssuchende wenig rosig aus.
In Wien sieht die Situation für Arbeitssuchende wenig rosig aus. ©Bilderbox (Symbolbild)
Im Gegensatz zum bundesweiten Trend sind in Wien die Arbeitslosenzahlen im Mai gestiegen. Besonders betroffen waren typische "Frauenberufe", einzig bei den Männern konnte man einen leichten Rückgang verzeichnen.
Ö: Mai-Arbeitslosigkeit gesunken

Die Wiener Arbeitsmarktlage hat sich im Mai weiter eingetrübt. Das AMS Wien verzeichnete einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 2,2 Prozent; im bundesweiten Durchschnitt sank die Zahl um 5,3 Prozent. In absoluten Werten ist in Wien die Zahl der arbeitslos Gemeldeten gegenüber dem Vorjahreswert um insgesamt 1.476 gestiegen und lag Ende Mai bei 69.549. Dies bedeutet immerhin einen Rückgang um knapp 2.700 Personen gegenüber dem Monat April.

Auffällig ist diesmal eine klare Schieflage nach Geschlechtern: Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf zur Gänze die Frauen. Bei Männern sank diese sogar leicht, und zwar um 0,2 Prozent oder 87 auf insgesamt 41.044 Personen; die Frauen verzeichneten eine Steigerung von 5,8 Prozent oder 1.563 auf insgesamt 28.505 Personen.

Typische Frauenberufe betroffen

Dieses Ungleichgewicht spiegelt sich in Arbeitsmarktdaten der Branchen recht genau wider. Die stärksten Anstiege an Arbeitslosen gab es in Wien bei den Büroberufen und im Handel – beides sind vorwiegend Frauenberufe – sowie im Gastgewerbe. Allerdings meldeten die Betriebe dieser drei Branchen auch eine große Zahl offener Stellen. In typischen Männerberufen, wie auf dem Metall- und Elektrosektor oder auf dem Bau, sank die Arbeitslosigkeit – und zwar ebenfalls begleitet von einem deutlichen Zuwachs an offenen Stellen.

“Wir erleben gerade ein Wiedererstarken der Zweige, die von der Krise in Mitleidenschaft gezogen wurden”, resümiert Claudia Finster, Leiterin des AMS Wien. Dies komme in erster Linie den Männern zu Gute. “Optimistisch stimmt mich allerdings, dass wir auch in weiblich dominierten Branchen wie Handel oder Büro ein kräftiges Plus offener Stellen verzeichnen.” Positiv schlägt auch zu Buche, dass die durchschnittliche Vormerkdauer in Wien um sechs auf 87 Tage gesunken ist.

Junge können aufatmen

Gute Nachrichten gibt es auf dem Wiener Arbeitsmarkt vor allem für junge Menschen: In allen Altersgruppen von 19 bis 29 Jahre ging Arbeitslosigkeit zurück, bei den bis 25-Jährigen um 3,1 Prozent. Begleitet wird dieser Rückgang von einem kräftigen Minus an Lehrstellensuchenden von 115 auf 1.010 Personen und einem leichten Plus an offenen Lehrstellen von 19 auf 316 Stellen. Finster: “Unsere Maßnahmen für junge Menschen greifen, und die Betriebe unterstützen uns auch.” Letzteres ist auch insgesamt auf dem Wiener Arbeitsmarkt zu bemerken: In Summe wurden dem AMS Wien im Mai um 6.191 offene Stellen mehr gemeldet als noch vor einem Jahr.

Um der steigenden Arbeitslosigkeit zu begegnen, hat das AMS Wien seine an Aus- und Weiterbildungstätigkeit ausgeweitet. 27.316 Personen besuchten Ende Mai Schulungen; das sind um 3.917 mehr als ein Jahr davor. “Gegenüber anderen Bundesländern hat Wien einen wesentlich höheren Anteil an arbeitsmarktfernen Personen”, konstatiert Finster. Daher bestehe in Wien ein hoher Bedarf an Schulungen. “Unsere laufenden Evaluierungen zeigen, dass wir selbst unter diesen schwierigen Bedingungen immerhin jede dritte Person nach Kursende in Arbeit bringen.” Wie schon in den vergangenen Monaten und Jahren konnte auch diesmal die Langzeitarbeitslosigkeit gesenkt werden: Nur noch 561 Personen waren Ende Mai länger als ein Jahr arbeitslos, damit um 189 weniger als vor einem Jahr.

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