Am Montag erstmals vernommen

Zwei Wochen nach seiner Festnahme wird am Montag der mutmaßliche Mörder des elfjährigen Jakob von Metzler erstmals von einem Staatsanwalt vernommen.

Der 27 Jahre alte Jus-Student hatte die Polizei mit seinen Aussagen an den Leichenfundort geführt, dennoch bisher nach Einschätzung der Ermittler kein verwertbares Geständnis abgelegt.

Besonders das Motiv des in Frankfurt aufgewachsenen Studenten liegt im Dunkeln. Medienberichten zufolge geht die Polizei von Habgier aus. Spuren eines Sexualverbrechens waren an der Leiche nicht gefunden worden. Das Nachrichtenmagazin „Focus“ berichtet jedoch, der Student habe bei der Betreuung einer Jugendgruppe vor sieben Jahren einen Teilnehmer sexuell belästigt. Es sei damals aber keine Anzeige erstattet worden.

Der Verteidiger Hans-Ulrich Endres hat nach eigenen Angaben mehrere Tage lang mit dem 27-Jährigen die Vernehmung vorbereitet. Der junge Mann habe erst in der vergangenen Woche begonnen zu begreifen, was geschehen sei, sagte Endres. Der Anwalt hat mit der Niederlegung seines Mandats gedroht, falls der 27-Jährige kein Geständnis ablegt. Er rechnet mit sehr langwierigen Vernehmungen, die sich über Tage und Wochen erstrecken können. Die Staatsanwaltschaft will erst nach Abschluss der Vernehmung über die Inhalte berichten.

Der Bankierssohn Jakob von Metzler war am 27. September in Frankfurt-Sachsenhausen entführt und wenig später getötet worden. Die Polizei fand seine Leiche am 1. Oktober in einem kleinen Weiher in der Nähe des osthessischen Schlüchtern. Der 27-Jährige war am Tag zuvor festgenommen worden. Polizisten hatten ihn seit der Übergabe des Lösegelds von einer Million Euro beschattet. Er sitzt unter Mordverdacht in Untersuchungshaft.

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