Älteste Geisterbahn im Wiener Prater

Alice Kolnhofer vor "ihrem" Geisterschloss im Wiener Prater|&copy APA
Alice Kolnhofer vor "ihrem" Geisterschloss im Wiener Prater|&copy APA
Das "Geisterschloss" im Wiener Wurstelprater hat mittlerweile fünfzig Jahre auf dem Buckel. Die Geisterbahn ist ein "echter" Familienbetrieb und wird seit 1981 von Alice Kolnhofer geführt.

Kolnhofer ist ein echtes Original des Wiener Wurstelpraters – ebenso wie ihr „Geisterschloss“. Sie hat mittlerweile fünfzig Jahre auf dem Buckel, die Geisterbahn. Deshalb wird am Donnerstag zum Jubiläum mit Prominenz und Gratisfahrten gefeiert. Nachdem ein Konkurrenzbetrieb durch Flammen zerstört wurde, ist man die älteste Geisterbahn des Praters. Und ein echter Familienbetrieb: Seit 1981 führt Kolnhofer das Schloss, das davor ihrem Onkel gehört hat.

Dieser wiederum hatte es von Kolnhofers Großvater übernommen, der die Bahn am 17. März 1955 eröffnete. Den beiden Enkelinnen gehört heute ein nicht unbeträchtlicher Teil des Vergnügungsgeländes. Denn nicht nur Kolnhofer betreibt noch zwei weitere Betriebe – auch ihre Schwester ist mit acht Attraktionen aktiv.

Echtes Praterkind

Das Praterkind Kolnhofer ist selbst in ihrer spärlichen Freizeit nicht vom Wurstelprater wegzubringen: Sie hat schräg gegenüber ihrer Betriebe eine 70 Quadratmeter-Wohnung. Und sie hat auch ihre zwei Töchter hier großgezogen, die mittlerweile für vier Enkelkinder gesorgt haben. Die Nachfolge sei also gesichert, hofft die Unternehmerin.

Ihre Geisterbahn werde auch dann noch stehen, zeigte sie sich überzeugt. Gerade hat sogar der Wiener Altstadterhaltungsfonds für die Fassade zugezahlt. Fraglich sei hingegen, wie lange die Fahrwagen noch durchhalten. Die stammen noch aus Opas Zeiten und haben mittlerweile 55 Jahre hinter sich.

Neues Praterkonzept

Skeptisch ist Kolnhofer gegenüber dem Praterkonzept, dass die Stadt vom Themenparkplaner Emanuel Mongon erarbeiten lässt. Dessen Ideen sind für die Unternehmerin „unrealistisch“. Man sei schließlich kein Park in Florida, wo man das ganze Jahr Geschäfte machen könne.

De facto verdiene man lediglich fünf Monate im Wiener Prater. Allerdings sperrt sie auch im Winter auf, wenn es das Wetter erlaube. Wie viele Kunden sie ihm Jahr habe? „Immer zu wenig“, meint Kolnhofer lachend. Die Besucherzahlen schwanken vor allem unter der Woche zwischen zehn und 300 Gästen. Dementsprechend unkalkulierbar sind auch die Einnahmen.

Deshalb bezeichnet sie das morgige Jubiläumsfest auch scherzhaft als „Lebenserhaltungsmaßnahme“. Ein Kindergarten wird kolorierte Bilder von der Geisterbahn zeigen, 150 Sonderpostkarten mit dem Schloss-Motiv werden zum Stückpreis von sieben Euro verkauft.

Man sollte übrigens nicht von Kolnhofers Beruf auf ihre Hobbys schließen, denn Horrorfilmen kann die agile Unternehmerin gar nichts abgewinnen: „Ich hab so ein sensibles Gemüt, dass ich dann nachts nicht schlafen kann.“

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