Als Polizist verkleidet und Visa verkauft

Einer fragwürdigen Art, zu Geld zu kommen, bediente sich ein 25-jähriger Arbeiter. Er verkleidete sich als Polizist, setzte sich in Lokale, die gern von Asylwerbern frequentiert werden, und brüstete sich mit seinen Kontakten zum Magistrat.

Er könne gegen entsprechende Bezahlung Aufenthaltsbewilligungen beschaffen, selbst ein rechtskräftig abgeschlossenes Asylverfahren stehe dem nicht entgegen. Am Dienstag wurde der Mann im Wiener Straflandesgericht als Betrüger verurteilt.

Ein Schöffensenat (Vorsitz: Andreas Böhm) verhängte über den einschlägig Vorbestraften ein Jahr unbedingte Haft. Die Strafe ist rechtskräftig.

Insgesamt 13.850 Euro hatte er im Sommer 2007 vier Männern als vermeintlicher Visa-Vermittler abgenommen. Der falsche Polizist erschien seinen Opfern insofern besonders glaubwürdig, als er stets in einer tadellos sitzenden Uniform auftrat. Vor Gericht “outete” er sich nun als Sammler, der vor allem auf die Dienstkleidung der Sondereinheiten Cobra und Wega “scharf” sei.

Als eines seiner Opfer immer lästiger wurde und sich nicht länger vertrösten ließ – der Schwindler erzählte über Wochen hinweg, seine vorgebliche Kontaktperson sei krank bzw. verunfallt -, hetzte er diesem die richtige Polizei auf den Hals. Dabei erwies es sich als Vorteil, dass der 25-Jährige als V-Mann des Kriminalkommissariats (KK) Ost geführt wurde. Er erzählte dort einfach, der ihn nervende Mann habe keinen regulären Aufenthaltstitel, weshalb ihn doch bitte die Fremdenpolizei verhaften möge.

In der Verhandlung räumte der 25-Jährige ein, dies sei nicht besonders fair gewesen. Er habe sich jedoch nicht anders zu helfen gewusst. Ansonsten dürfte der 25-Jährige mit Belastungen eher souverän umgehen: Er versicherte dem verdutzten Senat, zuletzt mit zwei Frauen jeweils eine Lebensgemeinschaft geführt zu haben. Mit der einen sei er “über fünf Jahre z’samm”, die andere erwarte ein Kind von ihm.

Letztere möchte er ehebaldigst im Gefängnis heiraten. Auf die Frage, was Nummer eins dazu sage, feixte der Angeklagte: “Nichts.” Sie wisse ja nicht Bescheid.

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