Aloha in Fargo: Wer zu wenig Süßes verkauft, muss frieren

Weil sie nicht genug Zimtbonbons der Marke "Hot Tamales" verkauft hatten, wurde für die Mitglieder eines Verkaufsteams des US-Süßigkeitenherstellers Just Born der Betriebsausflug kurzerhand umgeplant.
Anstatt nach Hawaii ging’s ins frostige Fargo im US-Bundesstaat North Dakota. Dort wurde die ungewöhnliche Reisegruppe rasch zur beliebten Attraktion für die Einheimischen.

So versammelten sich also zwei Dutzend Verkäufer in der Lobby eines 19-stöckigen Hotels in der vereisten Stadt an einem der nördlichsten Punkte der USA. Draußen hatte es minus 14 Grad, der Schnee lag einen halben Meter hoch. In Honolulu zeigten die Thermometer zu diesem Zeitpunkt 28 Grad an.

“Man mag es nicht glauben, aber Fargo ist einer der nettesten Orte der USA, und rein sachlich gesehen, haben wir unser Ziel nicht erreicht”, sagte Dave Bayha, ein Manager von Just Born. “Es war schon eine Strafe.” Ob er dennoch lieber nach Hawaii geflogen wäre? “Na klar”, erwiderte der Mann aus dem Wüsten-Bundesstaat Arizona lachend.

Das Verkaufsteam schaffte es zwar, den Absatz im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent zu steigern, wie der Chef des Inlandsverkaufs, Josh Halpern, sagte. Doch das Ziel waren eben vier Prozent. Das reichte nur für Fargo. Manche mussten vor der Reise noch Fellmützen, lange Unterwäsche und Parkas kaufen. Mit ein wenig Humor machten sie das Beste draus.

Zwei Weinverkostungen, ein Schlittenausflug, Rodeln und Glühwein an einem offenen Feuer im Chalet waren trotzdem drinnen. Am ersten Abend ging die Belegschaft um fünf Dollar Spaghetti essen. Danach stellten sie eine Popcornmaschine in einem Konferenzraum auf und schauten den passenden Film – den Klassiker der Cohen-Brüder: “Fargo”. “‘Fargo in Fargo zu sehen ist eine dieser Sachen, die man auf seiner Sollte-man-gemacht-haben-Liste abhaken kann”, meinte Chef Halpern.

Die 24 Angestellten des Unternehmens aus Bethlehem in Pennsylvania waren bei den Einwohnern Fargos beliebt: Wo sie auftauchten, wurden Bonbons verteilt. “Als Team werden wir diesen Ausflug bestimmt nie vergessen”, sagte Bayha. “In 20 bis 30 Jahren, wenn wir uns noch mal sehen, werden wir sagen: ‘Erinnerst du dich, damals in Fargo?'” Übrigens: Sollte das Team im kommenden Jahr abermals das Ziel verfehlen, geht es nach Rapid City – in South Dakota.

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