Alle AHS-reifen Wiener Kinder dürfen Wunschschule besuchen

Alle AHS-reifen Wiener Kinder werden im kommenden Schuljahr ihre Wunschschule besuchen können. Das zeigt sich nach der Schuleinschreibung in der letzten Februarwoche. Im Vorjahr mussten noch rund 660 Kinder an einen anderen Standort ausweichen.

Möglich wurde dies nun durch rückläufige Anmeldezahlen für die AHS, die Schaffung neuen Schulraums etwa durch Container vor allem in der Donaustadt sowie durch große Klassen.

Insgesamt haben sich rund 8.200 Wiener Kinder für eine AHS angemeldet, das sind aufgrund eines geburtenschwächeren Jahrgangs rund sechs Prozent weniger als im Vorjahr. 7.700 davon besitzen im Moment die AHS-Reife, haben also im Semesterzeugnis nur Einser oder Zweier, so Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (S) bei einer Pressekonferenz am Dienstag. Alle diese Kinder erhalten in den nächsten Tagen einen Brief mit der Zusage ihrer Wunschschule. Gleiches gilt für Kinder aus Niederösterreich, die sich an einer Wiener AHS angemeldet haben, an der bereits Geschwister unterrichtet werden.

Diese “100-Prozent-Lösung” sei auch durch zusätzliche Räumlichkeiten ermöglicht worden, so Brandsteidl. Durch Container in der AHS Bernoullistraße und zwei neue Klassenräume in der AHS Theodor-Kramer-Straße wurden allein in der Donaustadt ca. 250 zusätzliche Schulplätze geschaffen. An weiteren vier bis fünf Schulen, etwa in der Billrothstraße 73, wird ebenfalls noch versucht, die Kapazität zu erweitern. Problematisch ist die Situation oft aufgrund der sich ändernden Elternpräferenzen: Die AHS-Wahl sei eine “Abstimmung mit den Füßen, die jedes Jahr anders ausgeht”, so Brandsteidl. Die Billrothstraße 73 habe etwa jahrelang einen Schülermangel gehabt, nun werde sie wieder regelrecht gestürmt.

Unter Umständen müssen sich die aufgenommenen Kinder aber mit großen Klassen anfreunden: Da die Klassenschülerhöchstzahl von 36 nach wie vor nicht gesetzlich gesenkt wurde, könne sie niemanden mit Bescheid abweisen, ohne nachzuweisen, dass das Kind bereits das 37. ist, so Brandsteidl. Zwar gebe es vom Bund die entsprechenden Personalressourcen für eine Höchstzahl von 25 Kindern – diese würden aber besser für Klassenteilungen in manchen Fächern eingesetzt, um Abweisungen zu vermeiden. Trotzdem will Brandsteidl möglichst keine Klassen mit 36 Schülern einrichten – wie weit hinauf die Klassenschülerzahlen tatsächlich klettern, könne man aber erst im September sagen.

Trotz des Ansturms auf manche Schulen gibt es an mehr 30 öffentlichen AHS noch freie Plätze – besonders viele in den AHS Schopenhauerstraße, Fichtnergasse, Franklinstraße 21, Gottschalkgasse und Reinprechtsdorferstraße. Falls sich Eltern trotz Ergatterung eines Platzes an der Wunschschule aufgrund großer Klassen doch noch für einen dieser Standorte entscheiden wollen, ist dies noch möglich.

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