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Alkoholkranker Anwalt veruntreute Klientengelder: Zwei Jahre bedingt

Ein ehemaliger Wiener Rechtsanwalt ist am Mittwoch im Straflandesgericht wegen Untreue zu zwei Jahren bedingter Haft verurteilt worden. Der 46-jährige Jurist hatte jahrelang Klientengelder für eigene Zwecke verwendet.

Er führte das vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Thomas Hahn) auf seine psychischen Probleme und Alkoholmissbrauch zurück: “Ich war schon immer Quartalsäufer, wie man so schön sagt”. Am Ende sei es “aber besonders arg geworden”.

Getrunken habe er wegen mehrfacher Übersiedlungen, Problemen mit dem Ex-Kanzleikollegen, dem Tod einer Freundin und der Angst, an Krebs erkrankt zu sein, erläuterte der Angeklagte.

Der Advokat hätte für ein Inkassobüro Exekutionen betreiben und die erlangten Gelder überweisen sollen. Nachdem das jahrelang funktioniert hatte, stellte das Inkassobüro im Jahr 2005 fest, dass die solcherart lukrierten Summen auf ein Drittel zurückgegangen waren. Im Folgejahr überwies der Anwalt dann gar nichts mehr.

Nachforschungen brachten schließlich zutage, dass der Jurist an die 100.000 Euro für sich selbst verwendet hatte. Wofür genau, konnte er vor Gericht nicht mehr im Detail angeben: “Mir ist alles entglitten.” Er räumte jedoch ein, sich reichlich Alkohol gekauft und im Internet auf fremde Kosten gespielt zu haben.

Mit der Strafe war der Mittvierziger einverstanden. Dass er je wieder treuhändisch Geldbeträge in Empfang nehmen wird, scheint ausgeschlossen: Seine Kanzlei befindet sich im Konkurs, er wurde von der Anwaltsliste gestrichen und gilt offiziell als berufsunfähig.

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