Alice Cooper shock-rockte die Gasometer

&copy Claus Kramsl
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Rund 2000 Cooper-Fans aller Altersschichten pilgerten Mittwoch Abend in die Gasometer und erlebten bretternde Songs und teilweise peinliche Showeinlagen des 56-jährigen Altmeisters des Shock-Rock.

Amerikaner dürften eine besondere Beziehung zu Gummipuppen haben. Wie sonst lässt es sich erklären, dass vermehrt derartiges Sexspielzeug bei Konzerten von US-Acts eine zentrale Rolle einnehmen. Auch Rock-Altmeister Alice Cooper brachte gestern, Mittwochabend, eine Dame aus Plastik zu seinem Auftritt in den Wiener Gasometer mit. Keine gute Idee: Ein 56-Jähriger, der eine Gummipuppe an den „Haaren“ zieht und über die Bühne schleudert, ist nämlich sehr peinlich.

Ab in die Zwangsjacke
Wenn dann bei solch billigen Einlagen das im Bierdunst schwitzende, weil im Sommer Ledermäntel tragende Publikum begeistert jubelt, macht sich der neutrale Beobachter so seine Gedanken. Zumindest Herr Vincent Furnier, wie der Musiker mit bürgerlichem Namen heißt, ließ sich nach diesem blödsinnigen Auswuchs übertriebener Männlichkeitsdemonstration in die Zwangsjacke stecken – verständlich.

Dabei begann die Darbietung verheißungsvoll: In der ersten halben Stunde konzentrierten sich der unermüdliche Alice, der längst Drogeneskapaden gegen Golfstunden getauscht hat, und seine überzeugend agierende Heavy-Metal-Kapelle auf die Musik. „No More Mister Nice Guy“ klang frisch, das folgende Stück „Man Of The Year“ vom gelungenen aktuellen Album „The Eyes Of Alice Cooper“ (edel) passte gut zwischen diesen Klassiker und den nächsten (das zynisch-böse „Billion Dollar Babies“).

Degen, Schlangen und Raufbolde
Aber dann begann das Theater, das Mister Cooper einst zum bösen Buben des Genres machte. Doch während Furnier mit seinem Alter Ego seinerzeit revolutionär und gesellschaftskritisch in der Öffentlichkeit seine Vorliebe für die Abgründe des Seins auslebte, waren Degenfuchteln, Schlangen beschwören und dilettantisch inszenierte Kämpfe gegen Rockergangs diesmal nur billig. Schade, denn „I’m Eighteen“, „Muscle Of Love“ oder „Only Women Bleed“ hörten sich gut an.

Redaktion: Claus Kramsl

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