Alexander Pereira: Österreichischer Opernchef könnte heimkehren

Der ehemaligerGeneralsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft und Intendant in Zürich war schon für zahlreiche Positionen im Gespräch und könnte nun nach Österreich zurückkehren.

Der Wiener Alexander Pereira gilt als einer der international erfolgreichsten Musikmanager der Gegenwart. Der ehemalige Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft leitet seit Juli 1991 sehr erfolgreich das Opernhaus in Zürich und war in den vergangenen Jahren immer wieder für höchstrangige Leitungsposten im Gespräch – vom Wiener Kulturstadtrat über die Mailänder Scala bis zur Bayerischen Staatsoper in München. Auch für die Intendanz in Salzburg war Pereira bereits 1999 in aller Munde, nun ist er im Dreier-Vorschlag des Festspiel-Kuratoriums vertreten.

Alexander Pereira wurde am 11. Oktober 1947 als Sohn eines österreichischen Diplomaten in Wien geboren. Nach der Matura und neben einem Gesangsstudium war er zunächst für die österreichische Fremdenverkehrswerbung in London und Frankfurt, danach fast zwölf Jahre im Bereich Marketing und Verkauf des Unternehmens Olivetti in Deutschland tätig. Ab 1979 war er als Vorstandsmitglied der Frankfurter Bach-Konzerte mit Planung und Organisation von Abo-Zyklen betraut. 1984 wurde er als Generalsekretär der Wiener Konzerthausgesellschaft berufen.

Seit Beginn der Saison 1991/92 leitet Pereira das Zürcher Opernhaus. Seine Direktion, in der er etwa Franz Welser-Möst als Musikchef bestellte, gilt als höchst erfolgreich, seine Beziehungen als ausgezeichnet. Eng verbunden ist Pereira etwa mit dem Dirigenten Nikolaus Harnoncourt, was sich überaus positiv für das Renommee des Hauses ausgewirkt hat. “Wenn Harnoncourt sagt: ,Ich will ‘Hänschen klein’ mit dir machen!’, dann mach ich mit ihm ,Hänschen klein!'”, fasste der Intendant einmal seine Verehrung für den Maestro in Worte.” So konnte Pereira nach seinem ersten Dezennium in Zürich auch erklären: “Wir wollen in der Champions League der Opernhäuser mitspielen, wenn auch als kleinstes Mitglied.”

Der allgemein starke Spardruck machte jedoch auch vor seinem Haus nicht Halt, und sein Geschick, nicht nur mit Künstlern, sondern auch mit Sponsoren gut umgehen zu können, war in dieser Situation durchaus hilfreich. “Man muss zunächst, unabhängig von Sponsoren, einen Spielplan machen, nur aus der künstlerischen Notwendigkeit, der Wahrheit zur Sache”, erläuterte er einmal seine Strategie, “Nachdem der entwickelt worden ist, hängt man sich seinen Bauchladen mit den verschiedenen Projekten um.” Er habe allerdings in allen “Jahren, in denen ich private Unterstützung suche, keinen einzigen Fall erlebt, wo ein Sponsor irgendeinen Einfluss auf mich gehabt hat. Und wenn mein Idealismus intakt ist, dann würde ich auch nicht auf die Idee kommen, Quatsch zu produzieren, um ihn leichter zu verkaufen.”

Pereiras Vertrag wurde mehrmals verlängert, als er 2005 ein “finanziell attraktives, prestigeträchtiges und künstlerisch reizvolles” Angebot von der Mailänder Scala erhielt, wurde in Zürich entschlossen um ihn gekämpft. Nicht zuletzt wegen der Zusammenarbeit mit Welser-Möst entschied er, zu bleiben. Gerüchten um eine mögliche Bestellung an die Wiener Staatsoper trat er vehement entgegen: “Ich habe jetzt ziemlich viele Posten abgelehnt und habe immer wieder neu festgestellt, dass Zürich für mich die beste aller möglichen Welten ist”, erklärte er damals gegenüber der APA. Im vergangenen Jahr wurde allerdings bekannt, dass Pereira nach seiner nochmaligen Vertragsverlängerung bis 2012 Zürich verlassen und vom Intendant der Komischen Oper in Berlin, Andreas Homoki, abgelöst wird.

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