Alexander Frei als großer Kämpfer

Alexander Frei hat sich am Montag erstmals nach seiner schweren Knieverletzung aus dem EURO-2008-Eröffnungsspiel gegen Tschechien der Öffentlichkeit gestellt.

Der Schweizer Rekordtorschütze gab sich im Teamcamp in Feusisberg kämpferisch: “Manchmal fällt man im Leben hin. Man kann dann liegen bleiben, oder aber kämpfen und wieder aufstehen. Champions stehen wieder auf, und das werde ich tun. Ich schaue nach vorne.”

Frei betonte, dass er sich bei der gesamten Nationalmannschaft, beim Schweizer Verband und auch bei seinem Arbeitgeber Borussia Dortmund bedanken möchte. “Sie alle haben enorme Unterstützung und Solidarität gezeigt.” Der Kapitän der “Nati” versuchte das Positive aus dem Teilabriss des Innenbandes im linken Knie (sechs Wochen Pause) hervorzustreichen. “Ich hatte Glück im Unglück. Wenige Millimeter haben gefehlt und ich hätte wieder sechs Monate zuschauen müssen. Also ist es eine vermeintlich kleinere Verletzung.”

Der 28-Jährige gestand, dass er in den ersten 48 Stunden nach dem Tschechien-Match sehr viele Tränen vergossen hat und mit den Gedanken an die Momente der Verletzung “aufwacht und einschläft”. “Ich war zwei Tage in einem tiefen Loch”. Einen Vorwurf gegen Zdenek Grygera, der Frei gefoult hat, gibt es aber nicht. “Ich mache niemandem einen Vorwurf. Weder Grygera noch mir selbst.”

Gleich im ersten Moment habe Frei gewusst, dass die EURO für ihn vorbei ist. “Ich habe das Knacken des Bandes gehört. Deshalb kam es auch zum Gefühlsausbruch mit den Tränen”, so Frei, der nach eigenen Angaben auch von der Freundin, vielen Freunden und der Familie getröstet wurde. “Sie alle haben viele Tränen trocknen müssen. Auch ein Mann darf weinen.”

Auch mit Dortmund gab es bereits reichlich Kontakt. Vor allem eine Aussage während eines Telefonats mit BVB-Boss Watzke strich Frei hervor: “Watzke hat gesagt: Wenn es eine Gerechtigkeit im Fußball gibt, dann machst du kommende Saison 25 Tore für uns.” Auch viele SMS von Dortmund-Kollegen hätten ihn aufgemuntert.

Auf eigenen Wunsch bleibt Frei – ähnlich wie bei Italien Fabio Cannavaro – weiterhin im Teamcamp. Und er unterstützt die Truppe vor dem Schlüsselspiel am Mittwoch gegen die Türkei so gut wie möglich durch seine Präsenz und mit Tipps. “Für mich ist ein Traum zerplatzt. Aber eine ganze Nation hat ein Team. Und dieses Team hat einen Traum, der weitergehen muss. Ich bin ein Teil des Teams, in guten und in schlechten Zeiten,”

Die Nummer 9 der “Nati” konnte am Montag längst wieder lachen. “Alex und Frei und eine EM, das passt irgendwie zusammen. Da gibt es immer solche Pressekonferenzen, das wird langsam zur Gewohnheit”, meinte Frei mit Verweis auf die EURO 2004, als seine Spuckaffäre gegen den Engländer Steven Gerrard für hohe Wellen und ihm den Spitznamen “Lama” eingebracht hatte.

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