Albertina: Evakuierte Sammlung zunächst noch im Haus

Kunstwerke aus dem Albertina-Depot evakuiert
Kunstwerke aus dem Albertina-Depot evakuiert ©APA
Die Räumung des Albertina-Depots ist nach dem Wassereinbruch während der starken Regenfälle eine "reine Vorsichtsmaßnahme". 950.000 wertvolle Kunstwerke warten noch in der Albertina auf ein Ausweich-Quartier.
Albertina evakuiert Kunst
Wasserschaden: Evakuierung der Albertina
Evakuierungs-Beschluss

Als “reine Vorsichtsmaßnahme” bezeichnete der Direktor der Albertina, Klaus Albrecht Schröder, am Donnerstag die Räumung des Depots nach dem Wasserschaden gegenüber der APA. Die 950.000 betroffenen Kunstwerke werden in einem ersten Schritt in “internen Räumlichkeiten” der Albertina untergebracht und sollen in einem zweiten Schritt an einem bisher noch nicht bekanntzugebenden Zeitpunkt an einen sicheren Ort in Österreich – “höchstwahrscheinlich Wien” – gebracht werden. Sollte die Ursache des Wasserschadens in der Zwischenzeit bekannt und beseitigt werden, würde die Evakuierung gestoppt. Der Museumsbetrieb ist von den Räumungsarbeiten nicht betroffen.

Die Räumung sei zwar logistisch aufwendig und personalintensiv, erscheine ihm aber “unvermeidlich, solange wir die Ursache des Wassereinbruchs nicht kennen und daher den Mangel auch nicht beheben können”, so der Museumsdirektor. Für eine längerfristige Auslagerung sei ein Projektteam derzeit damit befasst, ein entsprechend großes Depot außerhalb der Albertina zu adaptieren und einzurichten. Es könne vielleicht gelingen, “innerhalb des Augusts in das eigentliche Depot in der Albertina” zurückzukehren. Im schlechtesten Fall müsse man über zwölf Monate das Depot räumen. Allerdings hofft Schröder, dass vorher die Ursache für den Wasserschaden gefunden wird.

Die “kritische Phase der ersten zwölf Stunden” sei erfolgreich bewältigt, teilte der Direktor mit. “Dies deshalb, weil das Feuchtigkeits-Meldesystem präzise in die Sicherheitszentrale das Eindringen von Feuchtigkeit gemeldet hat und bereits vier Minuten nach Meldung die Mitarbeiter des Facility-Teams der Albertina im Depot erste Sicherungsmaßnahmen durchgeführt haben”. Dennoch seien in den ersten Stunden Hunderte Schutzverpackungen der Kunstwerke teilweise bzw. zur Gänze durchnässt worden. Nach wie vor gibt es bisher aber keine einzige Schadensfeststellung an einem Kunstwerk.

Sollte die Ursache für das Eintreten des Wassers gefunden werden, werde Schröder jedenfalls “nicht zögern, die Evakuierung und Räumung des Depots jederzeit zu stoppen und die Sammlung an ihren angestammten Platz zurückzubringen”. Voraussetzung dafür seien aber “ausreichende Garantien, die eine Wiederholung des Vorfalls ausschließen”. Burghauptmannschaft Österreich, planende Architekten, Techniker und Generalunternehmer, die das Depot errichtet und ausgestattet haben, sind seit gestern “mit Hochdruck” dabei, die Ursache zu finden. Derzeit sei noch nicht einmal klar, ob es einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Regen und Wassereintritt gebe.

“In jedem Fall sind bei diesem für ein Museum dramatischen Vorfall Systemprobleme aufgetaucht, die ebenfalls Folgen für die zukünftige Lagerung und allfällige Evakuierungen in Notfällen haben werden müssen”, so Schröder. Kulturministerin Claudia Schmied (S) sprach ihr “volles Vertrauen in die Entscheidungen” Schröders aus”, “alle Maßnahmen wurden in enger Abstimmung mit dem Ministerium getroffen”, so ein Sprecher Schmieds gegenüber der APA.

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