Alben 2013: Die besten musikalischen Neuheiten des Jahres

Lautstark - 2013 gab es zahlreiche bemerkenswerte Album-Neuerscheinungen.
Lautstark - 2013 gab es zahlreiche bemerkenswerte Album-Neuerscheinungen. ©EPA
Rückblickend kann man schon sagen: 2013 hat es mit Musik-Fans gut gemeint. In den vergangenen Monaten gab es nämlich zahlreiche neue Platten, die uns immer wieder aufs Neue erfreuten - und auch überraschten. Ein kleiner (und teilweise auch sehr subjektiver) Auszug der besten musikalischen Album-Neuheiten des vergangenen Jahres.

Biffy Clyro – Opposites

Biffy Clyro haben ihr 6. Studiowerk, das Doppelalbum “Opposites”, am 28. Jänner 2013 unter die Alternative-Fans gebracht. Bereits anno 1995 wurde die Band im schottischen Ayrshire gegründet. In diesem Sinne: Gelernt ist eben gelernt. Und dass Simon Neil, James Johnston und Ben Johnston einfach wissen, wie es geht, bewiesen sie mit dieser Platte einmal mehr.

Tegan And Sara – Heartthrob

Curiously affecting alt-bubblegum power pop that deserves to sell like hot cakes.” – schrieb etwa The Observer über das Album “Heartthrob” von Tegan And Sara, das am 29. Jänner erschien. Selbst berühmte Persönlichkeiten wie Promi-Blogger Perez Hilton oder Sängerin Katy Perry outen sich als Riesenfans der “kanadischen Wunderschwestern”. Mit “Heartthrob” landeten Tegan And Sara heuer einen Erfolg, der sie vom Indie-Geheimtipp endgültig in die Radiostationen Europas brachte.

Nick Cave & The Bad Seeds – Push the Sky away

“We No Who U R” vom aktuellen Studioalbum “Push The Sky Away” (erschienen am 18. Februar) fasst die Stimmung der neuen Nick Cave-Platte gut zusammen: Zärtlich, aber bedrohlich, ein düsterer Vorbote auf das, was noch kommen sollte. Und der von Cave fast gehauchten Refrain “and we know who you are, and we know where you live, and we know there’s no need to forgive” macht den Gänsehaut-Faktor perfekt. Eine vielseitig-tiefgründige Platte, die Mr. Cave und seinen Bad Seeds damit gelungen ist.

Hurts – Exile

Manche nennen sie ja gerne “die beiden Pathos-Popper aus Manchester” – und damit liegt man nicht ganz falsch. Mit “Exile” präsentierten Sänger Theo Hutchcraft und Gitarrist/Keyboarder Adam Anderson am 11. März 2013 erneut eine geballte Ladung an Synthesizer- und Maschinenklängen, die an die Goldene Zeit der 80er erinnern, und dabei doch süße Melancholie wachrufen. Gut gemacht, und klingt auch gut!

Woodkid – The Golden Age

Kritiker weltweit loben den Franzosen Woodkid als “Visionär des Tons”. Experimental-Baroque Pop wird seine Musikrichtung gerne genannt, und fasst sie doch nicht ausreichend zusammen. Woodkids Musik hat die Zugänglichkeit von Pop-Stücken, doch im gleichen Augenblick explodiert jede einfache Note in ein regelrechtes Tonfeuerwerk an epischen Klängen und packenden Rhythmen. “The Golden Age” erschien am 15. März und war in jedem Fall ein Album-Highlight 2013.

The Strokes – Come Down Machine

Fast zwei Jahre nach ihrem vierten Studioalbum “Angles” veröffentlichen The Strokes am 26. März dem Longplayer “Comedown Machine”. Und man merkt der ehemaligen New Yorker Garagenrock-Band an, dass sie mit den vergangenen  Jahren mehr Gelassenheit gewonnen hat. Weniger getrieben, dafür fast schon zum Durchatmen präsentiert sich das neue Album. Aber mit einem ordentlichen Schuss des unverkennbaren Strokes-Sounds, der,  gepaart mit der markanten Stimme von Julian Casablancas, den Hörer nicht aus dem Schwung kommen lässt.

Paramore – Paramore

Fans mussten sich in Geduld üben, am 9. April 2013 war es aber soweit: Die Grammy-nominierte US-Band präsentierte ihr viertes Album – das praktischerweise auf denselben Namen hört. Drei Jahre und viel “Twilight”-Hype später machten sich Paramore auf den Weg zu neuen Gefilden und zeigen ihr Können umso mehr: “Paramore” ist rockig, ein bisschen poppig und rotzfrech. Da halten die Füße garantiert nicht still.

Frank Turner – Tape Deck Heart

Frank Turner singt über Herzschmerz, und das klingt so traurig wie gut. Es ist das fünfte Studioalbum des englischen Singer-Songwriters und erschien am 22. April 2013. Es soll nach dem Zusammenbruch einer langfristigen Liebesbeziehung Turners entstanden sein. “Es gibt eine Menge über Verlust und Scheitern in Beziehungen auf diesem Album, über das, was passiert, wenn etwas, das zeitlos hätte sein sollen, abgelaufen ist,” so Turner dazu. Klingt auch genauso, nur noch besser.

Hugh Laurie – Didn’t It Rain

Dr. House hat den Blues – im wahrsten Sinne des Wortes. Schauspieler Hugh Laurie ist nämlich seines Zeichens auch passionierter Musiker. Auf seinem 2. Album „Didn’t It Rain” (6. Mai) verabschiedet er sich von den typischen New Orleans-Klängen und folgt dem Blues stromaufwärts in das Herz Amerikas. Die Platte beinhaltet Songs früher Pioniere wie etwa von W.C. Handy, Jelly Roll Morton, ebenso wie jene modernerer Künstler wie Dr. John und Alan Price von The Animals. Perfekt für Regentage und Stunden zum Innehalten.

Daft Punk – Random Access Memories

Fans hatten schon gespannt darauf gewartet, am 17. Mai erschien nun endlich das neue Studiowerk der Erfolgsformation Daft Punk. Die erste Single „Get Lucky” (feat. Nile Rodgers & Pharrell Williams) war definitiv einer der Ohrwürmer des Jahres. Und auch die anderen Tracks der Platte haben gehörig Beat. Daft Punk sind übrigens nach wie vor Phantome. Von Guy-Manuel de Homem-Christo (39) und Thomas Bangalter (38) gibt es bis dato keine offiziellen Pressefotos, man sieht sie nie ohne ihre futuristischen Science-Fiction-Masken.

Black Sabbath – 13

Satte 35 Jahre hat es gedauert, bis Black Sabbath mit Ozzy Osbourne ein neues Album aufgenommen haben. “Wir wollen nicht alt klingen”, sagte Black Sabbath-Bassist Geezer Butler unlängst in einem Interview zu der neuen Platte. Keine Sorge, Geezer. “13” (10. Juni) konnte alle Erwartungen übertreffen und sich nahtlos zwischen den Klassikern der Rock-Legende einreihen.

Editors – The Weight Of Your Love

Melancholie und Lebenslust, die große Liebe und das Verlieren der selbigen – die Editors verbinden in ihren Songs viele Emotionen. So auch auf der neuen CD, die am 28. Juni erschien. Doch “The Weight Of Our Love” geht klar einen Schritt weiter, die Briten wollten damit Stadionrock-artige Hören erreichen. Getragen von der markante Bariton-Stimme von Tom Smith ist das nicht nur gelungen, es geht auch so richtig durch Ohr und Herz.

Thees Uhlmann – #2

Musiker und Wortpoet Thees Uhlmann präsentierte am 30. August sein neues Studiowerk, das auf den simplen Namen “#2” hört. Nicht nur der Albumtitel, auch die Songs selbst zeigen neue Facetten des deutschen Musikers. Wurde auf dem Vorgängerwerk noch gerne die Liebe oder die eigene Gefühlswelt als Thema besungen, hat man beim Zuhören nun den Eindruck, dass Thees Uhlmann lieber in die Rolle des Beobachters schlüpft – der Gesellschaft, der Politik, und des Alltags ansich. Dazu gibt es eine klingende Liebeshommage an Wien – schön!

Avenged Sevenfold – Hail To The King

Am 23. August erscheint das neue und mittlerweile sechste Album von Avenged Sevenfold (A7x) mit dem klingenden Namen “Hail To The King”. Die von Mike Elizondo produzierte Platte ist Nachfolger von “Nightmare” und hat nicht mehr viel mit dem Metalcore-Sound alter Tage am Hut. “Hail To The King” besticht durch Heerscharen an Hooklines – und selbst Sänger M. Shadows nähert sich dem Organ eines James Hetfield von Metallica. Fast. Neue Seiten von A7x, auch wenn Fans der ersten Stunde vielleicht zurecht skeptisch geblieben sind.

Franz Ferdinand – Right Thoughts, Right Words, Right Action

Beschwingt, ernergisch und unbeschwert vom Druck jeglicher Erwartungshaltungen ist “Right Thoughts, Right Words, Right Action” das erste Album der Glasgower Band seit dem 2009er-Album “Tonight”. Hört sich aber eindeutig nach Franz Ferdinand an: Die Vitalität und kreative Spielfreude, die quasi ein Markenzeichen der Schotten ist, klingt auch auf der neuen Platte (26. August) deutlich durch. In diesem Sinne: Ja, Franz Ferdinand machen es mit dieser Platte ganz “richtig”.

Placebo – Loud Like Love

Gut vier Jahre hat es gedauert, am 16. September 2013 meldeten sich Brian Molko, Stefan Olsdal und Steve Forrest lautstark mit ihrem 7. Studioalbum zurück – und begaben sich damit gleich in neue Sound-Gefilde. War ihr letztes Studioalbum “Battle For The Sun” (von 2009, Anm.) noch experimenteller ausgerichtet, geht “Loud Like Love” nun in eine etwas andere Richtung: Weniger die bombastisch-schweren Gitarrensounds und elektronischen Elemente, mehr dafür das Klavier, das sich als signifikantes Instrument durch das gesamte Album geht. Kann man so lassen.

Kings of Leon – Mechanical Bull

Die “Löwenkönige” sind scheinbar endgültig erwachsen geworden – klingt zumindest so auf “Mechanical Bull” (20. September). Fans frohlockten über den Song-Nachschub, doch wirklich Ohrwurm-taugliche Kracher bleiben auf der Platte aus. Kann man als enttäuschend erachten, oder mit den Schultern zucken und Caleb Followill und seinen Mannen zumindest zugute halten, dass ihr Sound am Ende des Tages immer noch erdiger Rock ist. Es muss ja nicht immer eine Gänsehaut bleiben.

Casper – Hinterland

Der Casper-Hype hat 2013 endgültig um sich gegriffen, es gab heuer wohl kaum ein deutschsprachiges Musik-Magazin, das der deutsche Rapper nicht einmal am Cover zierte. Und “Hinterland”? Das neue Album von Benjamin Griffey (erschienen am 27. September) stieg flugs auf Platz 1 der deutschen Charts ein. Zurecht. Die Songs bringen zum Nachdenken, zum Tanzen, zum Lachen und manchmal fast ein wenig zum Weinen. Casper erstaunt auf seiner dritten Platte mit einer Vielseitigkeit, die selbst die größten Rap-Skeptiker klanglos anerkennen müssen. Bitte mehr davon!

Pearl Jam – Lightning Bolt

Es war eine frohe Kunde für Fans: Vier Jahre nach “Backspacer” veröffentlichten Pearl Jam am 14. Oktober ihr zehntes Studioalbum “Lightning Bolt”. Die Kult-Band hat im 23. Jahr ihres Bestehens damit ein Album aufgenommen, das alle Stärken der Rocker aus Seattle zusammenfasst. “Es war gut zu warten, bis wir das Gefühl hatten, etwas zu sagen zu haben”, twitterte dazu etwa Bassist Jeff Ament. “Sie sind wieder voll da, sie haben wieder diesen Killer-Instinkt”, schwärmt Produzent Brendan O’ Brien über die Platte. Ja, sind sie, und ja, haben sie. Dass Pearl Jam damit 2014 auch live zu uns kommen, erfreut umso mehr.

Katy Perry – Prism

Sie hat das “Auge des Tigers”, “wandelt auf Luft” und “liebt bedingungslos” – Katy Perry ist auch mit ihrem 4. Studioalbum (18. Oktober) ihrem Frohnatur-Zuckerrosa-Popstil treu geblieben, zeigt auf “Prism” aber mitunter auch ernstere Seiten von sich. Generell sind die Songs aber gängig, partytauglich – und ja, irgendwann fängt man automatisch an, sie mitzusummen, ob man will oder nicht. Highlight der Platte ist ganz klar die Ballade “Unconditionally”, die zeigt, dass Ms. Perry den “Teenage Dream”-Kinderschuhen (pardon, High Heels natürlich!) doch schon entwachsen ist.

Arcade Fire – Reflektor

Nach dem überwältigenden Erfolg ihrer letzten Platte “The Suburbs” (2010) machten sich Arcade Fire daran, einen Schritt weiterzugehen. Am 29. Oktober erscheint nun das von Fans sehnlichst erwartete vierte Album “Reflektor”. Und siehe da – Arcade Fire zeigen sich darauf erstaunlich tanzbar. Die 13 neue Songs der kanadischen Band aus Montreal klingen beschwingter denn je, fast schon mit einem starken 80er-Vibe. Gefällt aber nichtsdestotrotz.

Robbie Williams – Swing Both Ways

Robbie swingt – und das kann er sogar richtig gut. “Swing Both Ways” war ein Herzens- und Freunschaftswunsch für den charismatischen Briten. Lily Allen, Michael Bublé, Kelly Clarkson, Ollly Murs und Rufus Wainwright – auf Robbie Williams‘ neuem Album (18. November) finden sich eine Reihe bekannter Musiker und Sänger wieder. Altbekannte Klassiker wie “Dream A Little Dream” oder “I Wan’na Be Like You” wurden für sein neuestes Werk als Duett eingesungen, aber auch sechs neue Kompositionen sind auf dem Longplayer versammelt. Hat eindeutig den richtigen Schwung!

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