Al Kaida greift in deutschen Wahlkampf ein

Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland
Verstärkte Sicherheitsmaßnahmen in Deutschland ©APA (epa)
Das Terrornetzwerk Al Kaida hat mit einer Anschlagsdrohung in den deutschen Wahlkampf eingegriffen. Die Deutschen müssten mit einem "bösen Erwachen" rechnen, sollte die Wahl keine neue Afghanistan-Politik bewirken, heißt es in einem Drohvideo, das am Freitag im Internet auftauchte. Das Innenministerium in Berlin geht nach eigenen Angaben von einer "erhöhten Gefährdungslage" aus.

Die neue Drohung in dem Internetvideo, welches das auf islamistische Websites spezialisierte US-Institut IntelCenter zugänglich machte, wurde im Namen der Al Kaida von dem Islamisten Bekkay H. unter dem Alias-Namen “Abu Talha” ausgesprochen. Der aus Bonn stammende Mann ruft die Muslime in Deutschland auf, sich nach der Wahl zwei Wochen lang von allen Orten fernzuhalten, die sie nicht unbedingt aufsuchen müssten. Die Bundesrepublik würde nur dann von Anschlägen verschont, wenn sie ihre Truppen aus Afghanistan abziehe.

“In einer Demokratie geht jede Gewalt vom Volke aus, auch die Gewalt gegen die afghanische Zivilbevölkerung”, sagte “Abu Talha”. Insbesondere bei einer Wiederwahl von Bundeskanzlerin Merkel müsse das Land mit Anschlägen rechnen. Empfehlenswert sei in der Afghanistan-Politik hingegen “der diplomatische Weg, den Außenminister Steinmeier im Atomstreit mit dem Iran für unvermeidlich hält”. Den Grünen warf “Abu Talha” vor, durch ihre Zustimmung zum Afghanistan-Einsatz “auf hochgelobte Werte mit Füßen zu treten”.

Die deutschen Sicherheitsbehörden gehen von “einer erhöhten Gefährdungslage” aus. Entsprechend seien Sicherheitsmaßnahmen verstärkt worden. Nach Angaben der Bundespolizei in Potsdam wurde die Entscheidung für eine verstärkte Präsenz bereits am Donnerstag und damit vor dem öffentlichen Bekanntwerden des Videos getroffen.

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