AKH Wien: "Ausnahmezustand" wegen Hebammen

Der Konflikt um die Arbeitssituation der Hebammen am Wiener Allgemeine Krankenhaus wird heftiger: Ein Teil der an der Geburtshilfe tätigen Hebammen sind krank und am Dienstag gesundheitsbedingt nicht an ihrem Arbeitsplatz erschienen. Das hat der Vorstand der Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Leiter der Abteilung für Geburtshilfe am AKH, Peter Husslein, der APA mitgeteilt.

Laut Husslein haben die “offensichtlichen Protestkrankenstände” zur Folge, dass zeitweise kein einzige Hebamme im Kreißsaal anwesend sei. Dies berge ein beträchtliches Gefahrenpotenzial, da das AKH als eines der beiden Perinatalzentren Ostösterreichs für die Versorgung von Problemschwangerschaften zuständig sei.

Die Ärzte der Geburtshilflichen Abteilung des AKH würden sich akut gezwungen gesehen, einen Katastrophenplan zu erstellen, bis die Situation gelöst werden könne. Laut Husslein werden Geburtshelfer (also Ärzte, Anm.) des AKH in den kommenden Tagen Hebammenarbeit verrichten.

Bereits seit einigen Wochen schwelt eine Debatte um mutmaßliche Missstände im Geburtenbereich des AKH. Die Rede war zuletzt von Unterbesetzung und Überbelastung der Hebammen. Die Grünen haben aus diesem Anlass auch das Kontrollamt eingeschaltet. Husslein forderte heute Verantwortlichen auf, die notwendige personelle Versorgung am “größten Personalzentrum Österreichs” sicherzustellen.

Laut AKH-Chef Krepler haben sich in den vergangenen Tagen zehn der insgesamt 35 Hebammen krankgemeldet. Gefahr entstehe daraus keine, versicherte er: “Wir haben das im Griff.” Dazu gebe es eine Reihe von Maßnahmen: Unter anderem werden laut Krepler Hebammen aus anderen Bereichen bzw. Spitälern hinzugezogen – genauso wie niedergelassene Hebammen. Zudem werden geburtshilfliche Abteilungen in anderen Spitälern ersucht, Schwangere zu übernehmen.

Krepler betonte, dass eine Personalevaluierung in die Wege geleitet wird – und es bei Bedarf weitere Posten geben könnte. Fix sei, dass der Dienstposten der Oberhebamme geschaffen werde. Auch eine Anpassung der Geräteausstattung stellte Krepler in Aussicht.

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