AIRIC: Neue Plattform für Luftfahrtsforschung in Wien

Wien könnte sich zukünftig als Standort für Planungsintelligenz für Flughäfen etablieren.
Wien könnte sich zukünftig als Standort für Planungsintelligenz für Flughäfen etablieren. ©Tobias Hase/ dpa
Der Flugverkehr sei nach alten Methoden organisiert, meint der Vorsitzende der neuen Plattform für Luftfahrtsforschung. Prozesse sollen optimiert und in den nächsten Jahren bis zu 50 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Beim Einsatz neuer Technologien auf Flughäfen sehen die Initiatoren des neu gegründeten Aviation Infrastructure Research & Innovation Centre – AIRIC große Verbesserungspotenziale. Der Flugverkehr würde in vielerlei Hinsicht nach veralteten Methoden organisiert, so der AIRIC-Vorsitzende Wolfgang Edelmann am Dienstagnachmittag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die in der Bundeshauptstadt gegründete Initiative ziele vor allem darauf ab, in der Forschung entwickelte Erkenntnisse zu kommerziell verwertbaren Lizenzprodukten weiterzuentwickeln.

Kleinere Betriebe immer wichtiger für Luftfahrt

Vor allem heimische Klein- und Mittelbetriebe (KMU) hätten in den vergangenen Jahrzehnten “Spuren in der stabil wachsenden Branche hinterlassen”, so Edelmann, der auch Mehrheitseigentümer der Aviation Infrastructure Management Systems GmbH (AI-MS) ist. Mit der neuen Plattform will man sich auf die Abläufe am Boden, also die Logistik und Infrastruktur spezialisieren.

In dem “komplexen System Flughafen” möchte man in Kooperation mit Infrastrukturbetreibern wie dem Flughafen Wien, industriellen und wissenschaftlichen Partnern wie der Universität Wien, der Wirtschaftsuniversität Wien, der Technischen Universität Wien, der Donau-Universität Krems, dem Verkehrsministerium sowie einem KMU-Netzwerk, “angewandte Forschung in die Wirtschaft transferieren”. Man wolle sich zukünftig als “One-Stop-Shop für Airportmanagement” etablieren, so Edelmann.

 Arbeitsabläufe in Flughäfen können optimiert werden

Dabei denke man in erster Linie an Lösungen, die aus dem Bereich der angewandten Mathematik und der Computersimulation von Vorgängen kommen. Als Beispiel für den Einsatz solche Ansätze nannte der Manager die Vergabe von Start- und Landeplätzen, den sogenannten Slots.

Hier habe sich ein komplexes gewachsenes Geflecht entwickelt, das über die Jahrzehnte hinweg zunehmend erstarrt sei. Fluglinien würden seit jeher von den immer gleichen Slots aus operieren, da dem System bei grundlegenden Veränderungen der Kollaps drohe. Die Platzvergabe erfolge vielerorts noch händisch. Edelmann sieht Möglichkeiten, mit neuen wissenschaftlichen Entwicklungen veraltete Strukturen aufzubrechen und zu verbessern.

Wien könnte zum “Ort für Planungsintelligenz für Flughäfen werden”

Für den Uni- und Forschungs-Beauftragten der Stadt Wien, Alexander van der Bellen, könnte sich Wien im Erfolgsfall einen Ruf “als Ort für Planungsintelligenz für Flughäfen” erarbeiten. Dies würde auch den Dienstleistungsexport Österreichs in der Branche erhöhen.

 In der Startphase werde sich AIRIC darum bemühen, die derzeit verstreuten Teilangebote zusammenzuführen, so die Initiatoren. Langfristig soll ein Kompetenzzentrum in der Donauregion entstehen, das sich auch an internationalen Projekten beteiligt. Besonderes Augenmerk will man dabei dem deutschen Sprachraum und dem CEE-Raum widmen. Durch den Aufbau von Beratungs- und Betreuungskompetenz und eines Distributionsnetzes für Lizenzprodukte möchte man in den nächsten zwei bis drei Jahren etwa 30 bis 50 neue Arbeitsplätze schaffen. (APA)

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