Aids-Angst nach Überfälle

Symbolfoto |&copy Bilderbox
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Ein schwer suchtgiftabhängiger 21-Jähriger ist Sonntag früh nach einem Überfall auf einen Taxilenker in Wien-Ottakring gefasst worden - Täter setzte Opfern Spritze an - Polizei sucht nach Opfern.

Der Mann hat zugegeben, in den Stunden zuvor vier weitere Taxler beraubt zu haben – wobei er seinen Opfern jeweils eine Spritze mit einer roten Flüssigkeit ansetzte und mit der Infizierung mit Aids drohte. Das gab die Polizei am Montag bekannt.

Die Spritze wurde zwar nicht sichergestellt, die Ermittler schließen aber nicht aus, dass sie tatsächlich Blut mit HI-Viren enthielt. Von den vier überfallenen Taxilenkern haben zwei keine Anzeige erstattet, möglicherweise, so vermutet man, weil sie „schwarz“ gearbeitet haben. Mag. Josef Koppensteiner vom Kriminalkommissariat West: „Wir bitten auch diese Opfer dringend, sich zu melden – entweder bei uns unter der Telefonnummer 31310/25-810 DW oder bei einem Arzt.“

Verfolgungsjagd über Gleise der U6

Der Täter ist Sonntag um 6.30 Uhr gefasst worden, nachdem ihn sein letztes Opfer und in weiterer Folge die Polizei verfolgt hatten. Die Flucht des 21-Jährigen führte zum Teil über die Gleise der U-Bahnlinie 6, weshalb dort vorübergehend der Strom abgeschaltet wurde. Im Laufen warf der 21-Jährige ein Bündel Geldscheine weg, die auf Nimmerwiedersehen verschwanden: Entweder die letzten Nachtschwärmer oder Frühaufsteher sammelten sie ein.

Die Vorgangsweise des Räubers bei den Überfällen, die er nach eigenen Angaben immer in der Gegend um seine Wohnung in der Friedmanngasse verübte, war immer die gleiche: Er setzte sich in den Taxis jeweils hinter den Lenker, presste dessen Kopf mit dem linken Arm gegen die Kopfstütze, setzte ihm mit der rechten die Spritze an. Nach erfolgreichem Beutezug ging er in seine Wohnung, zog sich um und ging Drogen kaufen. Nach dem dritten Überfall besuchte er außerdem ein Bordell beim Westbahnhof.

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