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Afghanistan - Zwei Geiseln offenbar schwer erkrankt

Das Schicksal der 21 in Afghanistan entführten Südkoreaner ist auch nach Ablauf des jüngsten Ultimatums der Taliban weiter unklar. Zwei Frauen in der Gruppe befinden sich offenbar in einem kritischen Gesundheitszustand.

„Die Mehrzahl der Geiseln ist erkrankt, zwei Frauen sehr schwer“, sagte ein Taliban-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. Es bestehe die Möglichkeit, dass sie sterben.

Die Krankheit sei den Entführern unbekannt, noch verfüge die Gruppe über entsprechende Medikamente. Wie der Sprecher weiter mitteilte, habe es keinen Kontakt mit afghanischen Vermittlern gegeben. Die jüngste Frist der Geiselnehmer war am heutigen Mittwoch zu Mittag Ortszeit (9.30 Uhr MESZ) abgelaufen.

Die Regierung in Seoul gab bekannt, sie habe Kontakt mit den Entführern. Es könnten aber keine Angaben über die Inhalte der Verhandlungen gemacht werden, sagte ein Regierungssprecher in Seoul. Die Angehörigen der Geiseln riefen die USA am Mittwoch dazu auf, sich für eine Freilassung der Entführten einzusetzen. In einer gemeinsamen Mitteilung mit den fünf größten Parteien Südkoreas forderten die Familien die Regierung in Washington dazu auf, eine „aktive Rolle“ einzunehmen und die Hinrichtung der Geiseln zu verhindern.

Die Taliban fordern von der afghanischen Regierung die Freilassung gefangen gehaltener Kämpfer. Zuvor hatte die afghanische Polizei die Leiche des zweiten getöteten Südkoreaners gefunden. Das Opfer wurde am Montag erschossen und in einem Feld unweit der Stadt Ghazni entdeckt. Die ursprünglich 23 christlichen Aufbauhelfer waren vor eineinhalb Wochen verschleppt worden, einen Tag nach der Entführung zweier Deutschen in einer Nachbarprovinz. Eines der deutschen Opfer ist tot.

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