Affenpocken-Fälle in Wien nehmen immer mehr zu

Die Zahl der Affenpocken-Fälle in Wien steigt.
Die Zahl der Affenpocken-Fälle in Wien steigt. ©REUTERS/Dado Ruvic/Illustration (Symbolbild)
Die Ansteckungen mit Affenpocken nehmen in Wien immer mehr zu. Frühe Anzeichen zu erkennen und sich impfen zu lassen wird empfohlen.

Während in Spanien die ersten beiden Affenpocken-Todesfälle gemeldet wurden, steigen die Infektionen auch in Wien an. 89 Prozent der Affenpocken-Erkrankungen betreffen Männer, die mit Männern Sex haben.

Vier bis sechs Fälle würde alleine ein Hautarzt im 7. Bezirk in Wien wöchentlich diagnostizieren. Der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Gerold Felician Lang hat eine Ordination in Wien-Neubau. Der Facharzt merkt seit kurzem in seiner Ordination einen Anstieg an Affenpocken-Fällen.

Affenpocken-Infektionen steigen in Wien zunehmend an

Während es vor einem Monat noch maximal eine Person mit einem Verdacht auf eine Affenpocken-Infektion gab, seien es in Langs Ordination pro Woche nun vier bis sechs Patienten die an Affenpocken erkrankt seien. Bisher gab es in Wien, laut Gesundheitsstadtrat, 85 Fälle mit einer Affenpocken-Erkrankung. Aktive Fälle gibt es aktuell 44. 41 Personen sind nach einer Infektion mit Affenpocken bereits wieder genesen. Die Infizierten sind alle männlich und zwischen 20 und 55 Jahre alt. Vier Personen befinden sich zur Vorsorge im Spital

Hautarzt Lang: Infizierte würden oft zu spät kommen

Laut Hautarzt Lang kommen Infizierte oft zu spät. Er empfiehlt den Arzt aufzusuchen, wenn man einen Risikokontakt hatte, zum Beispiel Sex mit einer unbekannten Person hatte und sich krank fühlt und sich große und schmerzhafte Lymphknoten-Schwellungen entwickeln. Eine Infektion könne auch Frauen betreffen, auch wenn es meist Männer betrifft. Dabei würde Körperkontakt reichen, man muss nicht Sex haben, um sich zu infizieren, so Lang.

1.200 Immunisierungen gegen Affenpocken in Österreich möglich

Die AIDS-Hilfe Wien hat nun Tipps zum Umgang mit Affenpocken in den Sozialen Netzwerken veröffentlicht. Impfungen wären gut, seien aber nach wie vor rar. 1.200 Personen können aktuell in Österreich immunisiert werden. Hautzarzt Lang bezweifelt, dass die "alten" Pockenimpfung einen Schutz von 85 Prozent gegen Affenpocken biete, da die Studie dazu aus den 80er-Jahren stamme.

(Red)

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