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Ärztekammer fordert mehr Personal von der Stadt Wien

Die Ärztekammer fordert mehr Personal von der Stadt Wien.
Die Ärztekammer fordert mehr Personal von der Stadt Wien. ©APA/HELMUT FOHRINGER
Aus Sicht der Ärztekammer gibt es große Probleme im Wiener Krankenanstaltenverbund. Unter anderem fordert die Ärztekammer mehr Personal.

Der Mangel an Kinder- und Jugendpsychiatern bleibt aus Sicht der Ärztekammer eine der großen Schwachstellen im Wiener Gesundheitssystem. Die Situation in der Kinder- und Jugendpsychiatrie ist angesichts der großen Probleme im Wiener Krankenastaltenverbund (KAV) für den Vizepräsidenten und Obmann der Kurie angestellte Ärzte der Ärztekammer für Wien Wolfgang Weismüller nur die "Spitze des Eisbergs".

Ärztekammer kritisiert: Wiener KAV-Pläne nicht zeitgemäß

"Die Probleme in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind nur ein Teil eines größeren Missmanagements seitens der Stadt Wien, es herrschen KAV-weit auch große Probleme in der Urologie, der Kinder- und Jugendheilkunde, der Anästhesie sowie weiteren Fächern", sagt Weismüller. Laut ihm sei die Stadt Wien in ihren KAV-Plänen nicht zeitgemäß. Immer mehr Patienten sind zu betreuen, die Zahl der Spitalsärzte bleibt jedoch gleich. Lediglich die Belastung der Ärzte steigt massiv an.

"Wien ist in den letzten acht Jahren um etwa 200.000 Menschen gewachsen, die Spitalsärzte stehen ihren Patienten heute von Gesetz wegen im Durchschnitt um 17 Prozent weniger Stunden zur Verfügung", so Weismüller. Den Fehler sieht Weismüller jedoch nicht im Gesetz, sondern in der fehlenden Adaption der Stadt Wien auf die neuen gesetzlichen Bestimmungen.

Pensionierungswelle verschärft Situation in Wien

Verschärft wird die Situation durch die anstehende Pensionierungswelle: "In den nächsten zehn Jahren geht etwa ein Drittel aller Wiener Spitalsärzte in Pension", so Weismüller. Die Pensionierungswelle werde dramatische Auswirkungen auf die Versorgung der Wiener Patienten mit sich bringen. Die bereits langen Wartezeiten in den Ambulanzen seien hier ein "Vorbote".

"Wenn die Stadt Wien es mit der Gesundheit der Wienerinnen und Wiener ernst meint, dann muss das Personal raschest um 300 Spitalsärzte aufgestockt werden, um den Akutbedarf zu decken. Weiters müssen die Arbeitsbedingungen attraktiver und ein Infrastrukturpaket für die teils veralteten Wiener Gemeindespitäler geschnürt werden", so Weismüller. Eine Kurskorrektur sei laut ihm dringend notwendig.

(Red)

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