Ärztefunkdienst an Weihnachten: Ärztekammer warnt vor Engpässen

Ärztefunkdienst in Wien: Ärztekammer warnt vor Engpässen
Ärztefunkdienst in Wien: Ärztekammer warnt vor Engpässen ©APA
An den Weihnachtsfeiertagen wird in Wien ein Ärztefunktdienst eingerichtet. Die Ärztekammer warnt bereits jetzt vor Engpässen.
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Die Wiener Ärztekammer warnt, dass es an den kommenden Weihnachtsfeiertagen zu Besetzungsproblemen beim Ärztefunkdienst kommen könnte. Denn es sei immer schwieriger, Mediziner zu finden, die etwa am Heiligen Abend einen Dienst übernehmen, hieß es in einer Aussendung am Montag.

Wiener Ärztekammer warnt vor Engpässen

Grund für die Engpässse seien laut der Ärztekammer die niedrigen Tarife. “Die Situation war in den vergangenen Jahren schon nicht gerade leicht. So viele unbesetzte Dienste wie heuer gab es aber noch nie”, betonte der Obmann der Kurie niedergelassene Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer, Johannes Steinhart. Er fordert daher eine “rasche Anhebung” der Tarife, um die Situation zu verbessern. Derzeit betrage der Stundenlohn der Angestellten nur 37,90 Euro.

Steinhart appellierte an die Wiener Gebietskrankenkasse und die Gemeinde Wien, eine “adäquate Honorierung” der diensthabenden Ärzte zu gewährleisten. Ansonsten sei es nicht möglich, eine entsprechende Notversorgung im niedergelassenen Bereich aufrechtzuerhalten. Das würde eine zusätzliche Belastung für die ohnehin überlasteten Spitalsambulanzen bedeuten, so Steinhart.

Die derzeitigen Tarife für die Ärzte würden laut Steinhart zu keiner Relation der Nacht- beziehungsweise Feiertagstarifen anderer Berufsgruppen, wie etwa Handwerkern, stehen.

WGKK wundert sich über Kritik

Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) staunt über die Warnungen der Ärztekammer in Sachen Ärztefunkdienst. Vertragsärzte seien laut Gesamtvertrag zu Sonn- und Feiertagsdiensten verpflichtet, betonte die WGKK in einer Aussendung. Zudem sei das Honorar höher als kolportiert.

Ingrid Reischl, Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse, verwies darauf, dass der Kassenvertrag erst kürzlich abgeschlossen worden sei: “Während all der Monate, die wir verhandelt haben, hat die Ärztekammer dieses Thema nicht einmal eingebracht. Statt nun Angst unter der Bevölkerung zu verbreiten, erwarte ich eine professionelle Planung für die bevorstehenden Feiertage.”

“Nicht nachvollziehbar” sind für die WGKK die kolportierten Stundensätze. Diese seien höher als die angegebenen 37,90 Euro. Als Beispiel wurde ein Sechs-Stunden-Dienst genannt, bei dem nur eine Visite pro Stunde anfällt. Alleine bei diesem ergebe sich ein Stundensatz von 50,39 Euro, wurde versichert.

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(APA)

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