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Änderungen bei "Lehre mit Matura" ab 1. Juli 2020

Das Förderprogramm „Lehre mit Matura“ hat neue Vorgaben erhalten.
Das Förderprogramm „Lehre mit Matura“ hat neue Vorgaben erhalten. ©APA
Wer künftig die "Lehre mit Matura" absolvieren möchte, muss ein Motivationsschreiben verfassen. Zudem wird es neue Qualitätskriterien für Kursanbieter geben.

Das 2008 gestartete Förderprogramm "Lehre mit Matura" erhält neue Vorgaben. Bewerber müssen künftig ein Motivationsschreiben verfassen und Kursanbieter neue Qualitätskriterien erfüllen. Änderungen gibt es auch bei der Finanzierung. So soll die derzeit hohe Dropout-Quote gesenkt werden, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch.

Lehre mit Matura erhält neue Vorgaben

Im Rahmen der "Lehre mit Matura" können Jugendliche parallel zu ihrer Lehrlingsausbildung kostenlos Vorbereitungskurse für die Berufsreifeprüfung absolvieren - je nach Vereinbarung mit ihrem Betrieb in ihrer Freizeit oder während der Arbeitszeit. Das Bildungsministerium stellt pro Lehrling bis zu 6.000 Euro für Vorbereitungskurse, Kursunterlagen und Prüfungen zur Verfügung. Kurse finden entweder in Berufsschulen oder in Erwachsenenbildungseinrichtungen wie dem WIFI statt.

Die Matura selbst umfasst dann vier Teilprüfungen (Deutsch, Mathematik, lebende Fremdsprache, Fachbereich). Drei der vier Prüfungen können bereits vor der Lehrabschlussprüfung absolviert werden, die letzte darf erst danach stattfinden. Voraussetzung für den Einstieg ins Programm ist ein gültiger Lehrvertrag. Außerdem muss ein Aufnahmeverfahren mit verpflichtender Eingangsberatung und Potenzialanalyse sowie eine Eingangsphase mit "Auffrischungskursen" in Deutsch und Mathematik durchlaufen werden.

Motivationsschreiben soll Dropout-Rate senken

Seit dem Start 2008 haben 9.300 Lehrlinge die Reifeprüfung absolviert. Wermutstropfen ist die hohe Dropout-Rate von 36 Prozent: "Das passt mir nicht ganz", meinte Faßmann. Daher ist ab Start der neuen Laufzeit des Programms am 1. Juli auch ein Motivationsschreiben für die Aufnahme zu verfassen. Die Finanzierung soll außerdem outputorientierter erfolgen: Kursanbieter erhalten einen Teil ihrer Aufwendungen nur dann ersetzt, wenn Prüfungen erfolgreich absolviert werden.

Seit 2008 haben rund 26.500 Lehrlinge am Programm teilgenommen. Das ist in etwa jeder zehnte Lehrling. Rund 36 Prozent schieden aus, die Hälfte davon während oder nach dem ersten Vorbereitungskurs. Als Gründe dafür gaben sie eine zu hohe Belastung bzw. Zeitdruck, berufliche Gründe oder fehlende Motivation an. Die Lehre bleibt davon aber unberührt und kann weiter absolviert werden.

Einen Rechtsanspruch auf die Absolvierung der Kurse in der Arbeitszeit will Faßmann nicht vorgeben. Das sei Sache der Sozialpartner, betonte der Minister. Unverändert bleiben die Fördermittel für die kommenden fünf Jahre bis Oktober 2025. Ausgeschüttet werden bis zu 12,5 Mio. Euro pro Jahr. Das entspricht mehr als 60 Mio. Euro bzw. Förderungen für bis zu 10.000 Lehrlinge bis 2025.

Neue "Ausbildungsordnungen" für 31 Berufe

Neben den neuen Vorgaben für die "Lehre mit Matura" hat der Ministerrat am Mittwoch auch neue Ausbildungsordnungen für 31 Lehrberufe beschlossen, die am 1. Mai 2020 in Kraft treten. Wie die zuständige Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) sagte, wurden zusätzlich auch zwei neue Ausbildungsprofile für Polizeiverwaltung und Eventmanagement geschaffen.

Nicht geben wird es auch unter der türkis-grünen Regierung eine Erleichterung des Zugangs von Asylwerbern zur Lehre. Ermöglicht wurde lediglich, dass Asylwerber, die bereits ein Lehre begonnen haben, diese auch nach einem negativen Asylbescheid abschließen können, ohne abgeschoben zu werden. "Eine weitere Regelung kann ich mir nicht vorstellen", erteilte Schramböck einer Erweiterung eine Absage.

(APA/Red)

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