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Ältester Plan der Wiener Kanalisation ab sofort online verfügbar

Das digitale Angebot soll den Original-Plan schonen.
Das digitale Angebot soll den Original-Plan schonen. ©Wiener Stadt- und Landesarchiv
Ab sofort kann der älteste Plan der Wiener Kanalisation online abgerufen werden. Er zeigt die Situation in der Stadt Mitte des 18. Jahrhunderts.

2019 wurde vom Wiener Stadt- und Landesarchiv der älteste Plan der Wiener Kanalisation übernommen. Der 1739 gezeichnete Stadtplan zeigt die Innere Stadt mit Einzeichnung der ersten Kanalisationsleitungen.

"Es war uns wichtig, diesen Plan digital zur Verfügung zu stellen. Das schont das Original und ermöglicht den jederzeitigen Zugang" erklärt Direktorin Brigitte Rigele.

Kanalisationsplan aus dem 18. Jahrhundert nun digital abrufbar

In der Darstellung wird die Stadtbefestigung mit all ihren Elementen wie Glacis, Basteien und Ravelins betont. Des Weiteren werden die "vornembsten" Gebäude hervorgehoben, wie etwa Kirchen, Palais und herrschaftliche Höfe.

Die Kanalisation dürfte vermutlich später im Plan eingezeichnet worden sein, stellt jedoch in jedem Fall die Situation in der Mitte des 18. Jahrhunderts dar. "Der Plan ist ein interessantes historisches Zeugnis und dokumentiert die zunehmende Bedeutung der Kanalisation für die Stadt Wien", so Andreas Ilmer, Direktor von Wien Kanal.

Beim Kartenzeichner Joseph Reichenberger handelt es sich um den damaligen Grundbuchsregistrator der Stadt Wien, von dem auch andere zeitgenössische Pläne im Wiener Stadt- und Landesarchiv nachweisbar sind. Die Entstehung des Plans hängt vermutlich direkt mit dem "Senkgrubenerlass" Kaiser Josephs I. von 1706 zusammen. Darin ordnete er an, zur Eindämmung von Krankheiten und zur Verschönerung der Stadt die Abwässer künftig nicht mehr auf die Straßen zu entsorgen, sondern in eine Kanalisation einzuleiten. Die Errichtung der dafür notwendigen Infrastruktur erfolgte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Übernahme von 1.500 Plänen von Wien Kanal

Der Plan wurde nach der Übernahme in der Restaurierungswerkstatt des Wiener Stadt- und Landesarchivs gereinigt und geglättet und anschließend durch die Repro-Werkstatt digitalisiert und ist sowohl über das Wien Geschichte Wiki und über das Wiener Archivinformationssystem (WAIS) zugänglich.

Der Kanalisationsplan von 1739 im Wien Geschichte Wiki

Der Plan war Teil einer größeren Übernahme von Karten und Plänen von Wien Kanal, die im Jahr 2019 dem Wiener Stadt- und Landesarchiv zur Archivierung übergeben wurden. Insgesamt wurden etwa 1.500 Pläne übernommen, die vor allem aus dem 19. Jahrhundert und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stammen. Hierbei handelt es sich sowohl um Lagepläne von Kanälen wie auch um Längs- und Querschnitte sowie Detailpläne von einzelnen Kanalabschnitten und Einbauten der Kanalisation.

Besonders hervorzuheben sind die Pläne der sogenannten "Cholerakanäle", die zur Eindämmung der Cholera nach der verheerenden Epidemie 1831/32 errichtet wurden. Ziel war es, die Abwässer zu sammeln und in "Hauptunratskanäle" direkt in den Donaukanal zu leitet. Teil dieser Bauphase der Kanalisation war auch die Einwölbung der wichtigsten Bäche im heutigen Stadtgebiet, wie etwa des Alser- und Ottakringerbachs, die sich ebenfalls in den übernommenen Plänen widerspiegelt. Einzelne Pläne zeichnen sich durch ein besonderes ausgeprägtes Überformat aus. Teilweise sind sie bis zu vier Meter lang und stellen eine besondere Herausforderung an die archivische Lagerung.

(Red)

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