"Adele II" für 78,5 Mio. Dollar versteigert

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Bei der Auktion "Impressionismus und Moderne" des New Yorker Auktionshauses Christie’s wurden die Bilder für insgesamt 172 Millionen Dollar (134,6 Mio. Euro) versteigert.

Jedes einzelne Bild wurde über dem höchsten Schätzwert zugeschlagen, das Porträt „Adele Bloch-Bauer II“ kam für 78,5 Mio. Dollar unter den Hammer.

Wie erwartet erzielte „Adele II“ damit den höchsten Preis der vier Klimt-Werke. Das Porträt war als Top-Los der Auktion auf 40 bis 60 Mio. Dollar (31,4 bis 47 Mio. Euro) geschätzt worden war und übertraf den höchsten Schätzwert mit dem Zuschlag bei 78,5 Mio. Dollar (61,4 Mio. Euro) deutlich. Damit landet nach der „Goldenen Adele“ ein weiteres Klimt-Gemälde unter den Top Ten der teuersten Gemälde der Welt. Ersteigert wurde es von einem Telefonanbieter.

Klimts „Buchenwald“ (Schätzpreis: 20 bis 30 Mio. Dollar) wurde für 36 Mio. Dollar (28,2 Mio. Euro) ebenfalls an einen Telefonbieter zugeschlagen. „Häuser in Unterach am Attersee“ (Schätzpreis: 18 bis 25 Mio. Dollar) ging für 28 Mio. Dollar (21,9 Mio. Euro) an eine Bieterin im Saal. Das Bild „Apfelbaum I“ (Schätzpreis: 15 bis 25 Mio. Dollar) ersteigerte nach einem heftigen Bietergefecht ein Telefonbieter für 29,5 Mio. Dollar (23,1 Mio. Euro). Bei sämtlichen Summen sind die Gebühren noch nicht eingerechnet.

Adele II“ war „der Star des Abends“

Es hat geknistert vor Spannung im New Yorker Auktionshaus Christie’s. Nachdem Gustav Klimts „Goldene Adele“ bereits im Juni vom Unternehmer Ronald S. Lauder zum Rekordpreis von 135 Millionen Dollar (107 Mio. Euro) erworben worden war, kamen nun „Adele Bloch-Bauer II“ und drei weitere restituierte Klimt-Gemälde von Maria Altmann unter den Hammer – und der ganze Saal hat gestern, Mittwoch (Ortszeit), mitgefiebert. „Adele war der Star des Abends“, meinte der Wiener Galerist John Sailer unmittelbar nach der Auktion im Telefonat mit der APA. „Ein Drittel der Besucher ist danach gegangen.“

Die Schätzwerte für „Adele II“ lagen vor Beginn der Auktion „Impressionismus und Moderne“ bei 40 bis 60 Millionen Dollar, entsprechend entwickelte sich ein Hype um das Pendant zur „Goldenen Adele“. Die Versteigerung bei Christie’s war sehr gut besucht, größtenteils feilschten telefonische Bieter um das teure Klimt-Gemälde. „Es war ein unheimlich spannender Abend“, erzählte Sailer. Als schließlich ein anonymer Bieter bei 87,9 Mio. Dollar (68,8 Mio. Euro) – inklusive Prämie – den Zuschlag bekam, war das Publikum nicht mehr zu halten. „Es gab riesigen Applaus unmittelbar nach dem Zuschlag, da wurde die Spannung abgebaut.“ Sailer verließ den Saal anschließend ebenso wie ein großer Teil der Anwesenden.

An wen der Zuschlag gegangen sei, könne man überhaupt nicht sagen, so Sailer. Auch die anderen Klimt-Bilder wurden weit über ihren Schätzwerten versteigert, insgesamt landeten die vier Bilder bei 192,7 Millionen Dollar und damit um 100 Millionen Dollar mehr als dem von Christie’s erwarteten Wert. Dass Maria Altmann im Falle eines österreichischen Museums als Käufer auf 25 Prozent des Kaufpreises verzichten würde, wie Sailer vor der Auktion gesagt hatte, schwächte er nach dem Dementi Altmanns ab: Dies sei nur ein Vorschlag des Anwalts gewesen, es habe aber keine fixe Vereinbarung gegeben.

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