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Actionkomödie "Kick-Ass": Frecher Nachwuchs für Spider-Man und Co

Genaugenommen sind die getunten Fantasy-Krawall-Opern mit ihren Helden in Strumpfhosen ziemlich hohl - selbst wenn Batman und all die anderen fleischgewordenen Comic-Pappnasen mit dem Pathos von Shakespeare-Tragöden auftreten. Umso erfrischender ist daher die Teenie-Actionkomödie "Kick-Ass" mit einem Möchtegern-Superhelden, der ebenso bescheuert wie großartig ist.
Der Trailer
Kick-Ass: Bilder

Wenn nicht alles täuscht, dürfte der schmächtige Kick-Ass Spider-Man & Co. künftig ziemlich alt aussehen lassen. Der Film, der die US-KInocharts anführt, startet am Freitag in Österreich.

Dabei erinnert der Antiheld an Spider-Man: Kick-Ass alias Dave Lizewski ist ein durchschnittliches armes Würstchen, das irgendwie die Pubertät zu überstehen versucht. Für Mädels ist der hormongeplagte Teenager unsichtbar, auf der Straße wird er routinemäßig “abgezogen”, seine Freunde sind Nullen wie er, und zu Hause findet er auch keinen Trost. Nach der x-ten Demütigung beschließt er, seinen Comichelden nachzueifern, bestellt einen Taucheranzug und fungiert ihn zum Superhelden-Kostüm um. Mit Maske und Bleirohrknüppel geht der Hänfling als “Kick-Ass” auf Pirsch und stellt zwei Autodiebe. Sie schlagen ihn zusammen, und dann wird er vom Auto überfahren.

Schluck! Spätestens bei diesem Realismuseinbruch ist klar, dass es sich hier nicht um das übliche Fantasy-Gedöns handelt. Als Dave aus dem Krankenhaus kommt, hat er Metallplatten im Körper, ist aber durch den Verlust von Nerven schmerzunempfindlich geworden. Dann gelingt es ihm, einen Raubüberfall zu verhindern. Seine Tat wird per Handy gefilmt, und Dave wird mit seiner Kick-Ass-Maskerade zum Star auf “MySpace”. Bei einer weiteren Kamikaze-Mission springt ihm ein maskiertes Mädchen mit Samuraischwert zu Hilfe. So lernt er “Big Daddy” und “Hit Girl” kennen, ein Vater-Tochter-Rächerduo, das es auf Mafiaboss Frank D’Amico abgesehen hat.

Der britische Regisseur Matthew Vaughn ist jener kleine Mann mit Hornbrille, der immer bei Claudia Schiffer im Bild herumsteht. Doch der Model-Gatte hat bereits als Produzent der britischen Gaunerkomödie “Bube, Dame, König Gras” und als Regisseur des Fantasy-Märchens “Sternenwanderer” Renommee erworben. Mit diesem grimmig komischen Superheldenabenteuer, der Verfilmung eines Comicbuchs von Mark Millar (“Wanted”) gelang ihm ein echter Coup. Besonders mit “Hit Girl” schmuggelt Vaughn einen ebenso originellen wie fragwürdigen Neuzugang in den Club der Superhelden ein.

Heimlicher Star ist nämlich ein elfjähriges Gör, das von seinem Vater zur Kampfmaschine gedrillt wurde. Über Moral möchte man beim Anblick dieser Nachwuchs-Killerin, die mit Butterflymessern jongliert und auf deren Konto Dutzende Leichen gehen, gar nicht erst nachdenken. Stilsicher balanciert die Inszenierung zwischen Unschuld und brachialer Gewalt, zwischen Parodie und Hommage, vermeidet billigen Klamauk und liefert elegant choreographierte Actionszenen. So gelingt es Vaughn, sowohl Fans wie Verächter des Genres einzufangen.

Bemerkenswert ist das Ensemble, in dem neben Newcomer Aaron Johnson im etwas schlabbrigen Superheldenkostüm der lustige Christopher Mintz-Plasse auftrumpft. Der Schauspieler, der in Teeniekomödien wie “Super Bad” stets den peinlichen Unterling gibt, ist hier als zweiter Do-it-yourself-Superheld und Sohn des Schurken der Gegner von Kick-Ass. Die 13-jährige Chloe Moretz überzeugt als dynamischer Springteufel mit Bazooka, Nicolas Cage als ihr halbverrückter Superdaddy. Trotz seiner Brutalität ist der Film sympathisch, weil er die Teenies nie vollends dem Spott freigibt: Tarantino für Anfänger, und mit viel Herz.

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