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Acht Jahre Haft für Bankraub "aus Liebe"

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Aus Liebe zu einer 22 Jahre alten Frau, die er als Serviererin im Kaffeehaus kennen gelernt hatte, wurde ein 74-jähriger Wiener zum Bankräuber - er wollte mit 22-jähriger Freundin Silvester in Paris feiern.

Er marschierte am 16. Dezember 2004 in eine Bank Austria-Filiale am Stephansplatz, zeigte dem Kassier eine geladene Pistole und rief: „Mach keinen Blödsinn! Das ist kein Spaß! Das ist ein Überfall! Geld her!“ Er bekam 53.855 Euro ausgehändigt, die der rüstige, lebensfrohe Pensionist zum Teil mit seiner jungen Freundin zu Silvester in Paris ausgeben wollte, wie er am Donnerstag im Wiener Straflandesgericht erklärte.

Acht Jahre Haft wegen schweren Raubs

Dort wurde er wegen schweren Raubes zu acht Jahren Haft verurteilt. Das Schwurgericht (Vorsitz: Wilhelm Mende) fand das angesichts mehrerer Vorstrafen schuld- und tatangemessen. Der betagte Räuber war damit nicht einverstanden: „Da geh i ja im Rollwagerl raus!“ Verteidiger Herbert Eichenseder bat um Bedenkzeit, das Urteil ist daher nicht rechtskräftig.

Seit über 30 Jahren verheiratet

Seit über 30 Jahren ist der Mann, der in knapp zwei Wochen 75 wird, verheiratet. Offenbar nicht glücklich, denn erst die Bekanntschaft mit der jungen Frau erweckte in ihm dem zweiten oder dritten Frühling. „Es wurde eine gute Beziehung daraus, obwohl ich um 52 Jahre älter bin“, verriet er den Geschworenen. Er habe „schon seit Jahren keine Ehe im Sinn des Wortes mehr geführt.“

Junge Frau war in finanziellen Nöten

Weil er der jungen Frau finanziell über die Runden helfen musste („Wenn ich auch kein Heiliger bin, so lasse ich niemanden im Stich, wenn er sich in Not befindet“), wurde das Geld knapp. Als selbst der Verkauf von drei Original-Unterschriften von Kaiser Franz Joseph zu wenig einbrachte, hatte der Mann ein Problem.

Ein Bankraub erschien ihm als die Lösung: „Ich kämpfte mit mir eine ganze Nacht lang, um es zu machen.“ Zu diesem Behufe suchte er zunächst mehrere Banken auf: „Ich wollte sondieren.“ Die Filiale am Stephansplatz hielt er für bestens geeignet, weil er erstklassige Fluchtmöglichkeiten sah. Alles schien gut zu gehen, der Kassier fürchtete sich sehr und stopfte reichlich Banknoten in das mitgebrachte Jutesackerl. Zu Fuß und gemächliche Schrittes verschwand der Bankräuber: „Laufen kann ich nicht lang und viel. Ich hab vom Fußballspielen einen Meniskusschaden.“

Alarmpaket explodierte auf der Flucht

Auf der Flucht explodierte allerdings das der Beute beigegebene Alarmpaket. Der 74-Jährige eilte zur Volksanwaltschaft in der unweit gelegenen Singerstraße und wollte dort am WC die noch brauchbaren, nicht rot eingefärbten Scheine aussortieren. Er hatte allerdings nicht bemerkt, dass ein Kunde die Verfolgung aufgenommen und auch die Polizei verständigt hatte. Der Räuber wurde auf der Toilette festgenommen.

„Dann kam die Wega. Das war’s dann. Ich sagte noch ’C’ est la vie’. Ja, so war das“, erinnerte sich der Angeklagte. Während die Geschworenen über das Urteil berieten, erläuterte er Journalisten:
„Dass ich locker ’C’ est la vie’ gesagt habe, beweist, dass ich gute Nerven hab’. Was hätten Sie gemacht, wenn Sie plötzlich in sechs Rohre blicken?“ Er ließ sich auch bereitwillig fotografieren, „obwohl, so schön bin ich doch gar nicht.“

Noch Kontakt mit jungen Freundin

Seine jungen Freundin hat den Kontakt übrigens noch nicht abgebrochen. Für Donnerstagnachmittag hatte sie sich eine Besuchserlaubnis besorgt und wollte den Mann im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus treffen. Er unterstützt sie nach wie vor mit einem Teil seiner Pension.

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