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Abschluss der Veranstaltungsreihe "Love me Sensor" im Technischen Museum Wien

Die Eventreihe "Love me Sensor" im Technischen Museum Wienwird am Dienstag und Mittwoch mit zahlreichen Angeboten abgeschlossen.
Die Eventreihe "Love me Sensor" im Technischen Museum Wienwird am Dienstag und Mittwoch mit zahlreichen Angeboten abgeschlossen. ©APA
Seit März findet im Technischen Museum Wien (TMW) die Veranstaltungsreihe "Love me Sensor - un/tragbare Technologien" statt. Zum Abschluss dieser Reihe findet am Dienstag und Mittwoch ein Performance-Parcours mit Kartrennen, Fashionshow und technischen Errungenschaften statt.

Dass wir höchst komplexe wie effektive Gerätschaften sehr nah an uns heranlassen, ist in Zeiten von Smartphones, Smartwatches und Co keine Besonderheit mehr. Was wir allerdings für vermeintliche Annehmlichkeiten oder praktische Gadgets alles in Kauf nehmen, das führen die neun Stationen im TMW recht eindrucksvoll vor Augen. Auf zwei Ebenen verteilt, dürfen die Besucher sich zwischen den Sammlungsobjekten anhand eines Lichtleitsystems entlanghangeln, um zu den verschiedenen Darbietungen zu gelangen.

Begrüßt wird man dabei vom Soundkostüm der Monsterfrau: Lena Wicke-Aengenheyster hat sich damit die Schaltzentrale ihrer elektronischen Klänge auf den Leib geschneidert, befinden sich auf dem durchsichtigen Utensil doch allerlei Knöpfe, Regler und Kabel. “Ich hole mir meine Instrumente direkt auf meine Haut”, erklärte die Musikerin bei einer Vorbesichtigung gegenüber der APA. Für eine Live-Performance wird sie außerdem ihr Folgeprojekt, das Sensorenkostüm, nutzen, das Bewegungssensoren von Smartphones zur Klangerzeugung nutzt. So kann jede Geste einen Sound triggern.

Performance im TMW soll kritische Reflexion anregen

Lustvoll im wahrsten Sinn des Wortes geht es im Hochspannungsraum zu, wo Gisela Salcher als “lebender Algorithmus” in die Intimsphäre des Publikums eindringt – beziehungsweise es versucht. Immerhin können allerlei Sextoys mittels App gesteuert werden, sammeln dabei aber natürlich auch Daten. Salcher selbst hat in ihrer Performance schlussendlich “die Schnauze voll”, wie sie schmunzelnd erläuterte. “Dann ruft der Algorithmus zur Analogie auf.” So sollen die “Konsumeinheiten”, wie sie die Menschen nennt, zur kritischen Reflexion gebracht werden.

“This will change your life forever” ist wiederum das Motto von Klaus Pichler, der sich an der Grenze von Esoterik und Technologie entlangbewegt. Der Künstler hat über längere Zeit verschiedene esoterische Produkte, denen unterschiedlichste Effekte zugeschrieben werden, gesammelt, und setzt sie fotografisch in Szene, wobei er als Kontrapunkte Objekte aus der Sammlung des TMW ergänzt. Für den Betrachter stellt sich bei den zwölf Bildern dann die Frage: Was ist Technologie und was Esoterik? Die Auswahl reicht vom Barcode Harmonizer, der die Strichcodes auf Produkten “entschärfen soll”, über einen energetischen Ring für die Zahnpasta bis zur Powerbanks für elektronische Geräte und Körperimplantate.

Besucher können Handprothesen testen

Womit man eigentlich schon beim Medizintechniker Hubert Egger von der FH Oberösterreich angelangt wäre, der bionische Prothesen näher erläutert. Neben filmischen Ausschnitten aktueller Entwicklungen gibt es dabei auch die Möglichkeit, selbst eine einfache Handprothese zu steuern. Außerdem können sich Interessierte von Egger Strom zuführen lassen, was wiederum zu unwillkürlichen, von außen bestimmten Bewegungen führt. “Dabei geht es natürlich auch um ethische Fragestellungen”, so Egger. “Was ist alles möglich, und was greift man ab?” Immerhin ließe sich der Mensch so auch fernsteuern, wenn man den Gedanken weiterführt.

Mit “De/Materialize” haben Studierende der Kunstuniversität Linz eine Fashionshow auf die Beine gestellt, die im historischen Festsaal stattfinden wird. Zwischen analog und digital changierend, gibt es dabei nicht nur Roboter als Models zu erleben, sondern auch ungewöhnliche Materialien – von Bioplastik bis Wüstenpflanzen als Ausgangsstoffe. Gleichzeitig taucht man aber auch tiefer in die Designs ein, wenn Mode unters Mikroskop gelegt wird oder 3D-Videos eine virtuelle Seite angehen.

Kartrennen und Live-Musik zum Abschluss des Events

Wer sich zwischendurch austoben will, der ist wohl bei Lorenz Seidler alias eSel gut aufgehoben: Er hat im Kinderbereich “Mini Mobil” Aufstellung bezogen und lädt dort zum “Super Technology Kart”. Angelehnt an den beliebten Nintendo-Klassiker “Super Mario Kart”, darf die Strecke mit Bobby Cars unsicher gemacht werden, wobei es auch eine Social-Media-Komponente gibt. Denn jene Fahrer mit den meisten Likes oder Erwähnungen im digitalen Raum können auf Power-ups oder Boosts hoffen. Und wer dann noch Energie hat, darf zum Abschluss der beiden Abende noch Live-Musik lauschen: Attwenger und der Gameboymusicclub sowie Chicks on Speed und DJ Anna Leiser sind dafür angesagt.

(APA/Red.)

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