Abschied von Krimi-Serie "Soko Kitzbühel": Wehmut und Dankbarkeit

Nach 270 Fällen ist Schluss: Das war "Soko Kitzbühel" (hier anlässlich von Folge 150 Jakob Seeböck mit der damaligen Kollegin Kristina Sprenger)
Nach 270 Fällen ist Schluss: Das war "Soko Kitzbühel" (hier anlässlich von Folge 150 Jakob Seeböck mit der damaligen Kollegin Kristina Sprenger) ©APA/HERBERT NEUBAUER
Fans der Serie "Soko Kitzbühel" müssen jetzt ganz stark sein: Die 20. und letzte Staffel der Krimireihe startet am 14. September im ORF - danach ist endgültig Schluss.

Seit 20 Jahren ist die "Soko Kitzbühel" vor beeindruckender Alpenkulisse dem Verbrechen auf der Spur. Nun ist nach 270 Fällen Schluss: Am 14. September startet auf ORF 1 die 20. und letzte Staffel des erfolgreichen Dauerbrenners.

Wehmut und Dankbarkeit beim Team von "Soko Kitzbühel"

Für das Team ist das natürlich ein Grund zu Wehmut, aber auch Dankbarkeit für eine "prägende und interessante Zeit", wie es Schauspieler Jakob Seeböck ausdrückte, der zwölf Jahre lang als Kommissar Lukas Roither vor der Kamera stand.

Am Mittwochvormittag gab ORF-Fernsehfilmchefin Katharina Schenk gemeinsam mit den Darstellern bei einem Pressetermin erste Einblicke in die neuen Folgen. Das kriminalistische Handwerk kommt in diesen ebenso wenig zu kurz wie die seit einigen Jahren verstärkt in den Fokus gerückten privaten Erzählstränge.

20 Jahre "Soko Kitzbühel": Große Entwicklung und viel Begeisterung

"Die Serie zeigt, wie sich das Fernsehen in den vergangenen 20 Jahren entwickelt hat. 'Soko Kitzbühel' hat alles mitgemacht, was es gab, weil immer Menschen mit Begeisterung dabei waren - vor wie hinter der Kamera", so Schenk.

Von Anfang an mit von der Partie ist Andrea L'Arronge, die als Gräfin Schönberg im Zusammenspiel mit Haubenkoch Hannes Kofler (Heinz Maracek) gerne die Hobbyermittlerin heraushängen lässt und die Polizei mal mehr, mal weniger hilfreich unterstützt. "Ich weiß nicht, wo die Zeit geblieben ist", lachte sie auf die lange Lebensdauer des Formats angesprochen. "Manchmal muss einen das Schicksal zwingen, auch etwas Neues zu beginnen. Ich muss sagen, dass ich jetzt ein bisschen die Unabhängigkeit zurückgekriegt habe."

Arbeits- und zeitintensive Drehs

Immerhin: Ein Seriendreh ist sehr arbeits- und zeitintensiv und hat die Darsteller dementsprechend für mehrere Monate pro Jahr gebunden. Für L'Arronge war das Rollenangebot auch "ein Geschenk", hatte die deutsche Mimin doch schon seit ihrer Kindheit viel Zeit in Kitzbühel verbracht. "Es ist dann, als ob man vom zweiten Zuhause aus dreht." Coronabedingt gab es im Vorjahr zum Drehschluss dann zwar keine große Abschiedsfeier, aber nach der letzten Klappe saß das Team noch zwei Stunden zusammen. "Man hat geweint und ist dann nach Hause gefahren", so L'Arronge. "Es war schon komisch: Das kann es doch nicht gewesen sein? Andererseits war der Cut so kurz und knapp, und es haben auch alle einen neuen Weg gefunden."

Neues Projekt für Jakob Seeböck: "Alles finster"

Seeböck führt seiner aktuell zur Miniserie "Alles finster", in der die Geschichte eines Dorfes während eines Blackouts erzählt wird. "Es ist eine sehr lustige Geschichte, auch wenn ich nur eine Minirolle habe. Aber man sagt ja: Besser eine kleine gute, als eine große schlechte Rolle", lachte der Schauspieler. Nach so vielen Jahren als Kommissar würde er sich auch für eine Rolle auf der anderen Seite des Gesetzes erwärmen können. "Da täte ich mich gerne austoben. Vertraut mir: Ich kann auch ein unsympathisches Arschloch sein." Für neue Angebote sei das Ende von "Soko Kitzbühel" jedenfalls durchaus gut. "Du musst ein altes paar Schuhe ausziehen, um ein neues anziehen zu können."

154 Episoden "Soko Kitzbühel": "Bist du deppert"

Nicht weniger als 154 Episoden hat er für "Soko Kitzbühel" vor der Kamera absolviert, rechnete Seeböck vor. "Bist du deppert", so sein augenzwinkernder Kommentar. Die Bewertung all dessen sei natürlich schwierig, vor allem, weil die letzte Klappe nun auch schon wieder zehn Monate her sei. "Das ist alles schon archiviert und gespeichert und daheim im Regal", sagte Seeböck. "Natürlich kommt da manchmal der Gedanke: Oh Schade, es war schon schön. Aber nur die Wurst hat zwei Enden."

Das derzeitige Ermittlertrio komplettiert neben Seeböck und Julia Cencig noch Ferry Öllinger, der seit Episode 1 als Alois Kroisleitner zu sehen ist. "Es war eine wunderschöne, wirklich tolle und sehr lange Arbeit", sagte er über die 20 Jahre. "Vieles ist erzählt worden in dieser Zeit, und natürlich wäre es absolut denkbar, dass es weitergeht. Die Erzählstränge bieten ja viele Möglichkeiten." Das Ende habe eher mit ökonomischen und Formatgründen zu tun, so Öllinger.

Zum Serienende: Was in Erinnerung bleibt

Dennoch sei er dankbar, "dass diese Idee quasi extern an mich herangetragen wurde", meinte er zum Serienende. "So haben sich neue Türen und Dinge geöffnet, die ich jetzt durchleben kann." Besonders in Erinnerung bleibe ihm die Zusammenarbeit mit Hans Sigl, der zu Beginn als Kommissar im Einsatz war. "Daraus ist eine sehr tiefe Freundschaft entstanden, die weit über das berufliche hinausgeht." Ein Abschied von der "Soko Kitzbühel"-Familie ist für die Fans nun in den 13 abschließenden Folgen immer dienstags um 20.15 Uhr auf ORF 1 möglich.

(APA/Red)

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