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Abschaffung der Zeitumstellung 2021 möglich? Die Gespräche starten in Brüssel

Heute wird in Brüssel über eine Abschaffung der Zeitumstellung beraten.
Heute wird in Brüssel über eine Abschaffung der Zeitumstellung beraten. ©APA/Herbert Pfarrhofer
Heute findet ein Treffen in Brüssel statt, bei dem die EU-Verkehrsminister über ein mögliches Ende der Zeitumstellung beraten. Es gäbe allerdings noch einige Probleme zu lösen.

Die EU-Verkehrsminister beraten über ein mögliches Ende der Zeitumstellung in Europa. Es gebe noch eine ganze Reihe von Problemen zu lösen, hieß es vor dem Treffen am Montag in Brüssel aus informierten Kreisen. Vor allem gehe es darum, wie ein Flickenteppich mit vielen unterschiedlichen Zeitzonen in Europa vermieden werden könne. Eine Einigung bei dem Treffen scheint unwahrscheinlich.

Schon jetzt gibt es drei Zeitzonen in der EU: In Österreich und 16 weiteren Staaten gilt dieselbe Zeit. Acht Länder – unter ihnen etwa Estland, Griechenland und Zypern – sind eine Stunde voraus. Drei Staaten sind eine Stunde zurück, nämlich Irland, Portugal und Großbritannien. In Österreich gibt es die Sommerzeit seit 1980.

Österreich will Zeitumstellung 2021 abschaffen

In den EU-Staaten werden seit 1996 am letzten Sonntag im März sowie am letzten Sonntag im Oktober die Uhren jeweils eine Stunde umgestellt. Die EU-Kommission hatte vorgeschlagen, schon ab kommendem Jahr nicht mehr an der Uhr zu drehen. Die Staaten sollen stattdessen wählen können, ob sie künftig immer Winter- oder Sommerzeit haben wollen.

Etlichen Staaten ist der Zeitplan jedoch zu ambitioniert. Einige haben auch grundsätzlichere Bedenken. Österreich, das derzeit den Vorsitz unter den EU-Staaten innehat, legte zuletzt einen Kompromissentwurf vor, wonach die Zeitumstellung erst ab 2021 abgeschafft werden könnte.

Zahlreiche Probleme bezüglich Zeitumstellung noch nicht gelöst

Sollte die Zeitumstellung einheitlich abgeschafft werden, so dass die bisherigen Zeitzonen erhalten bleiben, könnte dies etwa an den westlichen und östlichen Grenzen der EU zu unkomfortablen Situationen führen. In Teilen Polens etwa würde die Sonne bei dauerhafter Winterzeit im Sommer bereits gegen drei Uhr morgens aufgehen. Bei immerwährender Sommerzeit wäre dies im Winter im Westen Spaniens jedoch erst gegen zehn Uhr vormittags der Fall.

Die EU-Kommission hatte den Vorschlag lanciert, nachdem sich in einer Online-Umfrage mehr als 80 Prozent der Teilnehmer für ein Ende der Zeitumstellung ausgesprochen hatten. Von 4,6 Millionen Antworten kamen dabei rund 3 Millionen aus Deutschland.

Norbert Hofer (FPÖ) verteidigt Abschaffung der Zeitumstellung 2021

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) hat die Aufschiebung der Entscheidung über die Zeitumstellung auf 2021 verteidigt. Der amtierende EU-Ratsvorsitzende sagte am Montag vor einem Verkehrsministerrat in Brüssel: “Hätten wir darauf bestanden, das sofort zu machen, wäre der Vorschlag gescheitert, und die Zeitumstellung wäre nicht zu beenden gewesen.”

“Österreich wäre in der Lage, das sehr rasch zu machen, aber nicht alle Staaten können das so einfach tun, weil oft Gesetzesprozesse eingeleitet werde müssen. Daher braucht es eine gewisse Zeit”, sagte Hofer. Daher habe Österreich einen Kompromiss vorgeschlagen: “Frühestens 2021 ist es soweit, dass die Zeitumstellung beendet wird”, so der Verkehrsminister.

Entscheidungen werden noch keine getroffen

Nach Angaben von Hofer ist jetzt die EU-Kommission am Zug. Diese werde einen Verantwortlichen benennen, der zwischen den einzelnen EU-Staaten koordinieren wird, “damit es zu keinem Zeit-Fleckerlteppich kommt”. Hofer betonte: “Das darf eben nicht sein. Es wäre unsinnig, wenn Deutschland oder Ungarn oder Italien und Österreich unterschiedliche Zeitsysteme hätten. Da müssen wir in einem Modell sein. Welches Modell das sein wird – Sommerzeit oder Winterzeit – das werden die Gespräche in den nächsten Monaten zeigen. Aus Deutschland wissen wir, dass dort die Sommerzeit präferiert wird, bei den anderen Staaten ist es noch offen.”

Auch die österreichische Bundesregierung ist für die dauerhafte Sommerzeit und das EU-weite Ende der Zeitumstellung. Österreich werde sich mit Deutschland und den anderen Nachbarländern abstimmen müssen, “wir müssen in einem System bleiben”, sagte Hofer.

Die EU-Verkehrsminister beraten am Montag nur über einen Fortschrittsbericht zur Zeitumstellung. Entscheidungen werden noch keine getroffen.

Anlass für die Diskussion

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hatte Mitte September vorgeschlagen, 2019 die Uhr zum letzten Mal umzustellen. Hintergrund war eine Online-Umfrage: Mehr als 80 Prozent der 4,6 Millionen Teilnehmer plädierten für ein Ende der Zeitumstellung, darunter drei Millionen aus Deutschland. Insgesamt hat die EU mehr als eine halbe Milliarde Einwohner. In Deutschland nahmen 3,79 Prozent der Bevölkerung an der Umfrage teil, in Österreich 2,94. In Österreich sprach sich eine Mehrheit von 77 Prozent für ein Ende der Zeitumstellung aus, in der gesamten EU 84 Prozent.

(APA/Red)

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