Ab kommendem Schuljahr auch Modulsystem an Wiener Handelsakademie

Im kommenden Schuljahr startet erstmals auch eine Wiener Handelsakademie (HAK) mit einem so genannten Modulsystem.

An der BHAK Pernerstorfergasse in Favoriten absolvieren die Schüler ab dem dritten Jahrgang nicht mehr wie bisher einzelne Schuljahre bzw. Klassen, sondern in sich abgeschlossene Module in der Dauer von einem Semester. Das klassische „Sitzenbleiben“ und Wiederholen einer Schulstufe entfällt damit, nachgeholt werden muss nur das negativ absolvierte Modul. Ein ähnliches System wird bereits in neun AHS-Oberstufen erprobt.

Kernstück des Modulsystems sind so genannte Kernbereichsmodule wie Deutsch, Betriebswirtschaftslehre etc., die verpflichtend belegt werden müssen und ca. 70 Prozent der Stundenanzahl ausmachen. Dazu kommen Wahlpflichtmodule, die Gegenstände der jeweiligen Fachrichtung („International Business and Cross Cultural Studies“, „Informationsmanagement und Informationstechnologie“, „Qualitätsmanagement, Managementlehre und Persönlichkeitsentwicklung“ sowie „Wirtschaftsinformatik – Digital Business“) umfassen, sowie freie Wahlmodule, die entweder aus den bisherigen Freigegenständen bzw. Unverbindlichen Übungen oder aus Fachrichtungsmodulen anderer Fachrichtungen gewählt werden können. Klassenverband, Stundentafel sowie der Stundenplan in der Kernzeit von acht bis 14 Uhr bleiben erhalten.

Jedes Modul wird gesondert benotet, die Schüler erhalten ein Mal pro Semester ein Zeugnis mit der Beurteilung aller absolvierten Module. Bei negativer Beurteilung eines Moduls kann der Schüler am Beginn des nächsten Semesters zu einer Wiederholungsprüfung antreten. Falls er auch diese nicht schafft, muss er vor dem Antritt zu einer weiteren an einer Fördermaßnahme teilnehmen – diese wird in einem Beratungsgespräch mit dem jeweiligen Lehrer festgelegt und kann von klassischen Förderkursen über Selbstlernunterlagen bis zum Literaturstudium reichen.

Auch mit negativen absolvierten Modulen können die Schüler immer ins nächste Semester aufsteigen. Bei der Matura kann aber nur ein negativ beurteiltes Modul aus den vergangenen fünf Semestern „ausgebessert“ werden – alle anderen müssen schon vorher im Rahmen einer Wiederholungsprüfung korrigiert werden. Umgekehrt sollen aber auch Teilprüfungen vorgezogen werden können.

Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl (S) verspricht sich vom Modulsystem besser motivierte Schüler und dadurch weniger Fehlstunden. Außerdem könne man mit den Modulen vertiefende Angebote je nach Lehrer- und Schülerinteresse machen, so Brandsteidl bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

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