8,2 Prozent weniger angezeigte Fälle

Mahrer: „Viele Täterschaften haben in den vergangenen Monaten wohl erkannt: ’Wien ist uns zu heiߒ“ - Aber: Deutlicher Anstieg bei Wohnungseinbrüchen und Pkw-Diebstahl.

In Wien ist die Anzahl der angezeigten Straftaten in den ersten sieben Monaten des Jahres 2005 im Vergleich zum selben Zeitraum 2004 leicht rückläufig. Heuer wurden bisher 131.853 Fälle angezeigt und damit um 8,2 Prozent weniger als im Vorjahr (143.596). Diese Zahlen präsentierte Generalmajor Karl Mahrer, stellvertretender Landespolizeidirektor, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Gleichzeitig ist die Aufklärungsquote um 1,4 Prozent (liegt bei 28,4 Prozent) gestiegen.

In ganz Österreich gab es seit Jahresbeginn rund 19.000 weniger Anzeigen. Mahrer: „Dass wir davon einen Anteil von 12.000 und damit zwei Drittel haben, darauf können wir stolz sein“. Erfreulich sei auch die Entwicklung in der Kategorie „Bankraub“. Waren es im Vergleichszeitraum 2004 noch 44 Banküberfälle, wovon 32 ungeklärt waren, so sind es heuer nur 34, wovon 16 noch ungeklärt sind. Auch beim Tankstellen- und Geschäftsraub sind die Zahlen im Sinkflug: Das Minus beträgt 32,5 Prozent (von 33 im Jahr 2004 auf 16 im Jahr 2005) bzw. 36,6 Prozent (134 bzw. 85 Fälle).

„Die Reform beginnt zu greifen“, sagte Mahrer zur Zusammenlegung von Kriminaldienst und Sicherheitswache. „Viele Täterschaften haben in den vergangenen Monaten wohl erkannt: ’Wien ist uns zu heiߒ.“ Diesen Trend wolle man beibehalten.

Neue Probleme gebe es aber auch, führte Dr. Ernst Geiger, Leiter der Kriminaldirektion 1, aus: So gibt es beim Wohnungseinbruch ein deutliches Plus von 22,2 Prozent gegenüber 2004. In absoluten Zahlen:
6.069 von Jänner bis Juli 2004 stehen 7.394 im selben Zeitraum dieses Jahres gegenüber. Geiger: „Das ist auf die vermehrten georgischen Tätergruppen zurückzuführen.“ Erst am vergangenen Montag waren sieben Georgier wegen Serien-Überfällen auf Wiener Supermärkte festgenommen worden.

Am deutlichsten ist der Anstieg der Delikte in der Bundeshauptstadt aber in Sachen Kfz-Diebstahl: Gegenüber 2004 wurden um 138,2 Prozent mehr Pkw gestohlen (966 gegenüber 2.301). Bei den Motorrädern betrug die Steigerungsrate auch 79 Prozent (274 bzw. 493). Geiger: „Viele Autoschieber-Banden haben ihre Tätigkeit nach Wien verlegt. Früher wurde in Prag, Budapest oder Bratislava gestohlen.“

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