80-Jährige erschlich 13 Jahre lang Witwenpension

Die 80-jährige Pensionistin verschwieg, dass sie erneut verheiratet war.
Die 80-jährige Pensionistin verschwieg, dass sie erneut verheiratet war. ©Bilderbox (Symbolbild)
Eine 80-Jährige hatte verschwiegen, dass sie erneut geheiratet hatte und kassierte über 13 Jahre Witwenpension in der Höhe von 106.000 Euro. Sie wurde zu 18 Monate bedingt verurteilt.

Als gewerbsmäßige Betrügerin hat sich am Dienstag eine 80-jährige Wienerin im Straflandesgericht in 1080 Wien verantworten müssen. Die betagte Frau hatte 13 Jahre lang zu Unrecht eine Witwenpension bezogen, indem sie der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) gegenüber unter dem Namen ihres verstorbenen Ehemannes auftrat und verschwieg, dass sie 1997 noch einmal geheiratet hatte. Mehrfach füllte die Angeklagte Erhebungsblätter inhaltlich unrichtig aus, deklarierte sich als Witwe und erschlich sich so die erkleckliche Summe von 106.000 Euro.

Vor Richterin Karin Beber gab sich die angeklagte Pensionistin ahnungslos. Sie sei “eigentlich nicht schuldig”, weil “ich nix kriegt hab’. Außer von meinem Gatten”. Auf Vorhalt der Auszahlungsbelege meinte die 80-Jährige: “Das ist mir ein Rätsel. Wie mir das passiert ist, weiß ich nicht.” Auf die Frage, ob sie die Formulare immer korrekt beantwortet habe, erwiderte sie: “Wahrscheinlich. Aber das weiß ich gar nimmer.”

Pensionistin unterschrieb mit falschem Namen

“Sie hat das sicher nicht in böser Absicht gemacht und war sich der Konsequenzen nicht bewusst”, bemerkte die Verteidigerin. “Die ist eh lieb”, verzichtete die angeklagte Pensionistin daraufhin auf eine weitere Wortmeldung.

Das Ganze flog erst auf, als die 80-Jährige im Vorjahr ein an die PVA gerichtetes Schriftstück mit dem Familiennamen ihres aktuellen Ehemannes unterschrieb und daraufhin auf mehrfache Urgenz die entsprechende Heiratsurkunde vorlegte. Die Richterin verurteilte die bisher unbescholtene Pensionistin bei einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren zu 18 Monaten Haft, wobei ihr die Strafe bedingt nachgesehen wurde. Zudem muss sie den angerichteten Schaden gutmachen. “Das kann i nie im Leben zahlen”, murmelte die Frau, die das Urteil dessen ungeachtet akzeptierte. Die Staatsanwältin gab dazu zunächst keine Erklärung ab.

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