80.000 Menschen fliehen nach Unruhen in Indien

Die seit drei Tagen andauernden heftigen Unruhen im Nordosten Indiens haben mehr als 80.000 Menschen verschiedener Volksgruppen in die Flucht getrieben. Wie die Landesregierung von Assam am Montag mitteilte, kamen bei den Auseinandersetzungen zwischen muslimischen Einwanderern aus Bangladesch und Angehörigen der Bodo-Volksgruppe insgesamt etwa 40 Menschen ums Leben.

Nach Polizeiangaben waren die Unruhen am Freitag nordöstlich der Landeshauptstadt Guwahati ausgebrochen, nachdem Bodo-Gruppen mehrere von Einwanderern bewohnte Siedlungen angegriffen hatten. Daraufhin hätten diese Vergeltungsaktionen gestartet und Häuser in Bodo-Dörfern niedergebrannt. Die Behörden haben 2600 zusätzliche Sicherheitskräfte in die Region entsandt, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

Im Bundesstaat Assam kommt es immer wieder zu Spannungen zwischen der alteingesessenen Bevölkerungsmehrheit und Einwanderern aus anderen Landesteilen Indiens sowie aus dem benachbarten Bangladesch. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 150 Einwanderer getötet. Oftmals sind separatistische Gruppen für die Angriffe verantwortlich, die für die Unabhängigkeit der Region von Indien oder mehr Autonomie kämpfen. Die Bodos sind eine von mehr als 200 Volksgruppen, die seit Jahrhunderten im Nordosten Indiens siedeln.

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