730 Menschen medizinisch behandelt

Mehr als 730 Menschen haben sich bisher wegen der Ölpest an der spanischen Westküste medizinisch behandeln lassen müssen.

Die Patienten hätten insbesondere über Entzündungen an Hals und Augen sowie über Atemwegs-Beschwerden geklagt, erklärte die galicische Regionalregierung am Dienstag. In geringerem Umfang seien auch Hautreizungen, Übelkeit und Kopfschmerzen aufgetreten. Mehr als die Hälfte der insgesamt 734 Behandelten war demnach als freiwillige Helfer direkt an den Säuberungsarbeiten an der galicischen Küste beteiligt.

Das Öl aus der im November vor der Küste Galiciens havarierten „Prestige“ enthält nach Angaben der französischen Umweltorganisation CEDRE zu mehr als einem Drittel Krebs erregende Kohlenwasserstoffe.

Der Erdöl-Entschädigungsfonds Fipol kündigte Ausgleichszahlungen in Höhe von maximal 180 Millionen Euro an. Diese Summe soll Spanien, Frankreich sowie weiteren Ländern zu Gute kommen, die von der Ölpest betroffen sind, wie der Fonds erklärte. Bis zu 155 Millionen Euro werden nach Angaben eines Fipol-Sprechers demnach vom Fonds zur Verfügung gestellt, weitere 25 Millionen Euro würden vom Versicherer der „Prestige“ aufgebracht. Der 1992 ins Leben gerufene Fonds mit Sitz in London wird von den Beiträgen der Erdölunternehmen in den 74 Mitgliedsstaaten finanziert.

Der Präsident der französischen Region Aquitaine, Alain Russel, kritisierte die bisherigen Maßnahmen im Kampf gegen die Ölpest als „nicht ausreichend“. Dies betreffe sowohl die Zahl der abgestellten Helfer und als auch die technischen Geräte. Die Regierung in Paris müsse weitere Hilfsmaßnahmen ergreifen, forderte das Mitglied der oppositionellen Sozialisten. Anfang des Jahres waren erstmals Ölklumpen aus der „Prestige“ an Frankreichs Küsten angeschwemmt worden.

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