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700 Verletzte jährlich bei Grillunfällen

Zwei von drei verletzten Personen sind Männer.
Zwei von drei verletzten Personen sind Männer. ©dpa-Zentralbild/Hendrik Schmidt
In der Grill-Hochsaison im Juli und August verletzten sich um die 700 Menschen jährlich so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Damit einem sicheren Grillvergnügen nichts im Weg steht, gibt es ein paar Tipps für den richtigen Umgang mit Grill, Glut und Gas.
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Ein Sommer ohne Fleisch, Fisch oder Gemüse auf dem Grill ist kein richtiger Sommer. Dieser Aussage stimmten in einer KFV-Befragung die Mehrheit der Befragungsteilnehmer zu. Grillen gehört mit seinem typischen Geruch für die meisten Österreicher zum Sommerfeeling einfach dazu. Die beliebtesten Grillmonate sind von Mai bis August. Naturgemäß kommt es in dieser Zeit auch am häufigsten zu Unfällen: Rund 700 Personen verunfallen jährlich beim Grillen, am höchsten ist die Zahl der Unfälle im Juli und August.

„Glücklicherweise gehen die meisten Grillabende unfallfrei über die Bühne. Doch der Umgang mit dem Grill kann schnell brandgefährlich werden. Gemäß einer KFV-Befragung stellen nur etwa 23 Prozent der Österreicher beim Grillen Löschmittel wie Löschdecke oder Feuerlöscher bereit“, erläutert Dr. Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im KFV. „Viele Grillunfälle könnten leicht verhindert werden. Denn: Die meisten Grillunfälle entstehen durch Unachtsamkeit, Übermut oder Fehleinschätzungen.“

Samstags die meisten Unfälle

Rund die Hälfte aller Verletzungen sind thermische Verletzungen, d.h. Verbrennungen oder Verbrühungen. Aber auch Schnittverletzungen (32 Prozent) zählen zu den häufigsten Verletzungsarten beim Grillen. Besonders häufig betroffen sind dabei Finger und Hände. Und: Dass Grillen nach wie vor Männersache zu sein scheint, zeigt sich bei den Unfallzahlen. 2 von 3 Personen, die nach einem Unfall beim Grillen im Krankenhaus nachbehandelt werden müssen, sind Männer. Der unfallträchtigste Wochentag ist der Samstag.

Sicherheitstipps fürs Grillen

Worauf sollte man beim Aufstellen des Grills achten?

• Der Griller sollte stabil auf einer ebenen Standfläche stehen.
• Bewegen Sie den Griller nicht mehr, wenn er bereits mit glühender Kohle gefüllt ist.
• Den Griller nicht in der Nähe von leicht brennbaren Materialien wie Schilfmatten, Gartenmöbel mit Sitzpolster, Zelten, Holzbauten, Holzzäunen usw. in Betrieb nehmen.
• Wählen Sie einen möglichst windgeschützten Grillplatz, um Funkenflug und herumfliegende Asche zu vermeiden.
• Ein Holzkohlegrill darf ausschließlich im Freien betrieben werden.
• Nicht im Wald oder in Waldnähe grillen.
• Lassen Sie Kinder niemals unbeaufsichtigt in der Nähe eines Grills!

Wie zündet man Grillkohle richtig an?

• Am besten mit Grillanzündern aus festen Stoffen. Das sind vor allem Trockenspiritus, Anzündriegel oder Zündwürfel. Weiters eignen sich Anzünd-Öle in Spezialflaschen und Grillpasten oder elektrische Grillanzünder.
• Brennbare Flüssigkeiten wie Spiritus und Benzin sind zu gefährlich (Stichflamme beim Anzünden sowie explosionsartige Rückzündung beim “Nachfeuern”) und dürfen keinesfalls verwendet werden!

Vorsichtsmaßnahmen beim Grillen

• Immer einen Kübel Wasser oder sonstige Löschmittel (Feuerlöscher) bereithalten.
• Flammenbildung durch das vom Grillgut abtropfende Fett unterbinden.
• Grillvorgang ständig beaufsichtigen.
• Restglut immer vollständig ablöschen bzw. fluten.

Was geschieht mit der Restglut?

• Das Löschen mit Wasser ist am sichersten. Die Restglut sollte dabei unbedingt gänzlich unter Wasser gesetzt bzw. geflutet werden!
• Auch die gelöschte Glut darf nur in nicht brennbare und verschließbare Behälter entsorgt werden.
• Eine Entsorgung der Grillkohle auf dem Kompost sollte vermieden oder zumindest nur nach einer vollständigen Flutung durchgeführt werden.

Gefahrloses Grillen mit Gas

• Der Gasschlauch sollte nach jeder Saison auf Risse und Sprödigkeit kontrolliert werden.
• Überprüfen Sie die Anschlüsse mit Lecksuchspray auf ihre Dichtheit hin.
• Verbinden Sie die Gasflasche stabil mit dem Grillwagen und verwenden Sie diese niemals liegend.
• Zünden Sie den Gasgriller grundsätzlich mit geöffnetem Deckel an.
• Stellen Sie bei Gasgeruch das Grillgerät sofort ab und führen Sie eine Dichtheitsprobe durch!
• Flüssiggas ist schwerer als Luft – lagern Sie daher Gasflaschen in gut belüfteten Räumen und niemals unter Erdniveau (z.B. im Keller).

Rotes Kreuz: Schnittwunden am häufigsten

Die häufigsten Verletzungen sind Verbrennungen, gefolgt von Schnittwunden und Knochenbrüchen. Rotkreuz-Chefarzt Dr. Schreiber erklärt, was in diesen Fällen zu tun ist. Grillfans sollten immer einen Feuerlöscher oder Kübel Wasser und eine Löschdecke zur Hand haben. Fast die Hälfte der Grillverletzungen sind Verbrennungen. Dann heißt es, nicht nur zum Löschen des Feuers: Wasser marsch. “Kühlen Sie die betroffene Stelle für 10 Minuten mit Wasser, das lindert die Schmerzen”, empfiehlt Dr. Schreiber bei leichten Brandverletzungen.

Das Wasser sollte nicht zu kalt, sondern handwarm sein. Ist dem Verletzten kalt muss sofort gestoppt werden. “Wenn vorhanden, decken Sie die Verbrennung mit einer sterilen Wundauflage ab”, so Dr. Schreiber weiter. Diese kann mit Mullbinden fixiert werden – zu finden in jeder Autoapotheke. Bei schweren und großflächigen Verbrennungen 144 wählen. Nach der Versorgung der Wunde die Beine des Betroffenen hochlagern, bis die Rettung kommt.

Erste Hilfe bei Grillunfällen

Oft schneiden sich Grillmeister bei den Vorbereitungen ins eigene Fleisch. In einigen Fällen ist die Schnittverletzung so tief, dass ein Pflaster nicht reicht. Starke Blutungen müssen gestoppt und der Notruf gewählt werden. Das gelingt mit einem Druckverband oder dem sogenannten manuellen Druck. “Pressen Sie Finger, Handballen oder Faust fest auf die Schnittwunde”, erklärt Dr. Schreiber. Auch hier gilt es, den verletzten Körperteil hoch zu lagern. Betroffene sollten am besten sitzen oder liegen, bis die Rettungskräfte eintreffen. Tiefe Wunden müssen so schnell wie möglich von einem Arzt genäht werden.

Achtung vor Stolperfallen: Beim Grillen kommt es häufig zu Knochenbrüchen. Hinweise für einen Bruch oder eine Verrenkung sind starke Schmerzen, Bewegungsunfähigkeit oder eine Fehlstellung. “Versuchen Sie auf keinen Fall, Gliedmaßen selbst einzurenken”, warnt Dr. Schreiber. Wichtig ist, die betroffene Stelle ruhig zu stellen. An Armen geschieht das mit einem Dreiecktuch, an Beinen zum Beispiel mit einer zusammengerollten Decke.

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