70. Jahrestag Israels auch in Wien gefeiert

Bundespräsident Van der Bellen strich die Verantwortung Österreichs an der Shoa heraus.
Bundespräsident Van der Bellen strich die Verantwortung Österreichs an der Shoa heraus. ©APA/GEORG HOCHMUTH
Am Freitag wurde auch in Wien mit einem festlichen Empfang der 70. Jahrestag der israelischen Staatsgründung gefeiert. Bundespräsident Alexander Van der Bellen fand dafür willkommende Worte.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratulierte dem Land “auf das Herzlichste zu den phänomenalen Entwicklungen in Wirtschaft, Wissenschaft und Technologie in den vergangenen 70 Jahren”. “Österreich und Israel haben eine besondere Beziehung “, betonte der Bundespräsident in einer Rede vor rund 700 Gästen im Palais Liechtenstein. Er verwies darauf, dass Adolf Hitler Österreicher gewesen sei.

Österreich mitverantwortlich für Shoa

Für die Gräueltaten der Schoah “trägt Österreich Mitverantwortung”. Van der Bellen erklärte: “Österreicher und Österreicherinnen waren nicht nur Opfer des Nazi-Regimes, zu viele waren auch Täter”. Es habe lange gedauert, sich diesen dunkelsten Kapitel in der Geschichte zu stellen. “Heute bekennt sich Österreich zu dieser Verantwortung und darum verbeugen wir uns in Demut vor allen Opfern des Nationalsozialismus.”

Manche, die damals flüchten mussten, seien wieder zurückgekehrt, sagte Van der Bellen weiter. Sie hätten ein “neues Österreich vorgefunden”: “Sie sind willkommen! Wir brauchen Sie, wir wollen Sie.” Es könne wieder an die intellektuelle Hochblüte Wiens rund um das Jahr 1900, an der die jüdischen Mitbürger wie Theodor Herzl wesentlichen Anteil hatten, angeknüpft werden. Der Bundespräsident erinnerte aber auch an die Kriege, die Israel in seiner Geschichte führen musste. “Die Reputation des israelischen Militärs ist nicht vom Himmel gefallen, sondern ist wohlbegründet”, sagte er.

Israel als Start-up-Nation

Die israelische Botschafterin in Österreich Talya Lador-Fresher erinnerte in ihren Grußworten an das Motto des Unabhängigkeitstages: “Ja, wir haben etwas, worauf wir stolz sein können.” Obwohl Israel seit seiner Entstehung von Konflikten begleitet werde, sei es ein “demokratischer, moderner Staat mit einer bunten und dynamischen Gesellschaft, der seine Stärke und Einheit aus der Vielfalt bezieht”. Israel sei eine Start-up-Nation, dessen technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften dazu beitrügen, Lebensqualität zu verbessern, Leben zu retten oder erst zu ermöglichen wie etwa Tröpfchen-Bewässerungssysteme oder der USB-Stick. Das Land sei aber auch “Lifestyle-Metropole” mit dem wohl “besten Essen der Welt”, wie die Botschafterin sagte.

Unter den Gästen der Feierlichkeiten fanden sich u.a. Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP), Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP), der Präsident der israelitischen Religionsgesellschaft, Oskar Deutsch, die Generalsekretärin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, Hannah M. Lessing, die Direktorin des jüdischen Museums, Danielle Spera, sowie die Unternehmerin Eveline Steinberger-Kern.

(APA/red)

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