66,7 Millionen Euro für den Arbeitsmarkt

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2011 werden 36.000 Menschen vom Wiener Arbeitnehmerförderungsfonds (WAFF) mit 66,7 Mio. Euro unterstützt, trotzdem kann von einem Ende der Krise keine Rede sein.

Das sagte Vizebürgermeisterin Renate Brauer (S) am Donnerstag in einer Pressekonferenz. Die Schwerpunkte liegen auf der Unterstützung von Jugendlichen beim Berufseinstieg durch die überbetriebliche Lehrlingsausbildung – die Wiener Ausbildungsgarantie bleibt – und auf der Beratung von Beschäftigten, allen voran Frauen. Außerdem sollen 1.000 Arbeitssuchenden in den Bereichen Pflege und Gesundheit ausgebildet werden.

 

Kein Ende der Wirtschaftskrise

Trotz Aufschwungs und der verbesserten Konjunkturlage in Wien gilt: “Die große Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei“, warnte Brauner. Aufgrund dieser “Ausgangssituation” werde die Stadt “weiter arbeitsmarktpolitisch aktiv” sein. Laut Berechnungen des Forschungsinstituts Synthesis wird die Arbeitslosenquote in der Bundeshauptstadt erst 2014 um 0,4 Prozent geringer sein als 2009. Für heuer rechnet das Institut mit einem Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent. Bis 2014 würden 34.000 neue Arbeitsplätze in Wien entstehen, davon würden vor allem Frauen profitieren. Denn ein Großteil der Stellen werde im Sozial- und Gesundheitswesen, sowie im Bereich wirtschaftsnaher Dienstleistungen wie etwa in der Steuerberatung oder im Marketing entstehen.

Die Wiener Ausbildungsgarantie

Insgesamt erwartet die Stadt, dass heuer 7.000 Jugendliche beim Berufseinstieg unterstützt werden. “Auch heuer gibt es wieder die Wiener Ausbildungsgarantie“, kündigte Brauner an. Dafür werden von der Stadt, dem AMS Wien und dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mehr als 100 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Diese Maßnahme sei wichtig, “obwohl sie teuer ist“, wie die Ressortchefin gestand. Im Rahmen der Ausbildungsgarantie erhalten Jugendliche, die keine Lehrstelle finden, eine überbetriebliche Ausbildung.

Im Mittelpunkt steht auch die Beratung und Förderung von Berufstätigen – ein Angebot, dass offensichtlich immer mehr gefragt ist: Seit 2008 stieg die Zahl der Kunden um rund 20 Prozent. Im selben Zeitraum stiegen auch die eingesetzten Fördermittel um 41 Prozent auf 1,7 Mio. Euro. Heuer rechnet die Stadt, dass sie 16.900 Personen unterstützen wird. Ein Schwerpunkt liegt heuer auf den Frauen. Ein spezieller Fördertopf für sie wurde um 1,4 Mio. Euro auf 8 Mio. Euro aufgestockt.

Überdies sollen rund 1.000 Wiener ohne Job als Heim- oder Pflegehelfer, diplomierte Krankenpfleger, Nachmittagsbetreuer an Wiener Schulen und Horten sowie als Fachsozialbetreuer ausgebildet und auf einen Arbeitsplatz vermittelt werden. Teilnehmer des Programms erhalten bereits zu Beginn der Ausbildung eine fixe Einstellzusage, betonte Brauner.

“Wir stehen im Wettbewerb um die besten Köpfe”

Der bevorstehenden Öffnung des Arbeitsmarktes für EU-Bürger aus dem Osten sehen Brauner und WAFF-Geschäftsführer Fritz Meißl mit Ruhe entgegen. Aufgrund des steigenden Wohlstands in den betreffenden Staaten werde “die Motivation (der EU-Bürger, Anm.), das eigene Land zu verlassen, im durchaus überschaubaren Umfang sein“, prognostizierte Meißl. Ziel der von der Stadt angebotenen Maßnahmen sei jedenfalls auch, die Menschen “fitter zu machen, genau für diese Herausforderungen“, betonte er. Brauner fügte hinzu: “Wir stehen im Wettbewerb um die besten Köpfe.” Diesen werde man nur gewinnen, “wenn wir gute Arbeitsplätze anbieten und gute Mitarbeiter haben“.

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