60,7 Prozent für Stoiber in Bayern

Das Endergebnis steht fest: Die CSU hat die Landtagswahl in Bayern triumphal gewonnen. Die Partei von Minister-präsident Stoiber konnte 60,7 Prozent erreichen.

Mit einem Erdrutschsieg von 60,7 Prozent hat die CSU bei der Landtagswahl in Bayern am Sonntag die Prognosen noch übertroffen. Nach den ersten Hochrechnungen steigerte sich die Partei von Ministerpräsident Edmund Stoiber um rund acht Prozentpunkte und hat damit auch erstmals die Zwei-Drittel-Mehrheit der Sitze im Münchner Landtag errungen. Die SPD stürzte dagegen auf ein Rekordtief von unter 20 Prozent. Die Grünen kamen mit fast acht Prozent sicher in den Landtag, die FDP scheiterte dagegen erneut klar an der Fünf-Prozent-Grenze.

Ein Jahr nach seiner knappen Niederlage bei der Bundestagswahl führte CSU-Chef Stoiber seine Partei im Triumphzug von 52,9 auf rund 60,7 Prozent. Er kam damit sehr nahe an das bisherige Rekordergebnis von 1974 heran, als die Partei unter Ministerpräsident Alfons Goppel in Bayern 62,1 Prozent errang. Weil der neue bayerische Landtag aber wieder aus nur drei Parteien besteht, reicht es sogar für eine Zwei-Drittel-Mehrheit von mindestens 126 der künftig 180 Landtagssitze.

Die SPD erlitt dagegen mit Fraktionschef Franz Maget als Spitzenkandidat ihren bisher tiefsten Sturz von 28,7 auf nur noch 19,6 Prozent. Das sind noch weniger als die letzten Umfragen mit 20 bis 22 Prozent erwarten ließen. Damit stellen die Sozialdemokraten im zweitstärksten Einwohnerland gerade noch 39 Abgeordnete gegenüber bisher 67. Dagegen konnte sich ihr Berliner Regierungspartner, die Grünen, von 5,7 auf 7,7 Prozent deutlich verbessern.

Die FDP konnte dagegen nur leicht von 1,7 auf 2,6 Prozent zulegen und blieb damit erneut weit unter der Fünf-Prozent-Hürde. Sie wurde damit noch klar von den Freien Wählern überrundet, die sich von 3,7 auf 4,0 Prozent verbesserten, aber ebenfalls den Einzug ins Landesparlament verfehlten.

Stoiber sprach von einem „sensationellen und epochalen“ Wahlergebnis. Dies sei ein „Tag, der weit über die nächsten Wochen und Monate, vielleicht Jahre hinausreicht“, sagte der CSU-Chef. Die CSU müsse allerdings mit ihrer Verantwortung „sehr sorgsam“ umgehen, sagte Stoiber.

Der SPD-Spitzenkandidat Franz Maget hat „nicht mit einer solchen Niederlage gerechnet“. Grund dafür sei „die beispiellos schlechte Stimmungslage für die SPD bundesweit“ gewesen. Seine Partei sei „Opfer einer bundespolitischen Diskussion“ geworden, sagte Maget.

Das Wahlergebnis in Bayern sei „eine eindrucksvolle Bestätigung“ für den Weg von Ministerpräsident Stoiber, betonte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) Sonntag Abend in einer ersten Reaktion. „Es ist gut, wenn ein Freund Österreichs so gestärkt aus Wahlen hervorgeht,“ betonte Schüssel. Das Wahlergebnis sei eine weitere Bestätigung dafür, dass der Weg der christdemokratischen Parteien richtig sei und von den Menschen gewählt werde.

Endergebnis:
CSU 60,7 (52,9) (+ 7,8)
SPD 19,6 (28,7) (- 9,1)
Grüne 7,7 ( 5,7) (+ 2,0)
FW 4,0 ( 3,7) (+ 0,3)
REP 2,2 ( 3,6) (- 1,4)
ödp 2,0 ( 1,8) (+ 0,2)
FDP 2,6 ( 1,7) (+ 0,9)

Reaktionen:

  • Edmund Stoiber (CSU): “Überragender Vertrauensbeweis”
  • Franz Maget (SPD): “Mit besserem Ergebnis gerechnet”
  • Grüne: Großer Jubel
  • Enttäuschung bei der FDP
  • Angela Merkel (CDU): “Sensationelles Ergebnis”
  • Wolfgang Schüssel (ÖVP): “Eindrucksvolle Bestätigung”
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