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60 Jahre Priester in Dornbirn und Schwarzach

Pfarrer Winsauer zeigt die Kerze, die er anlässlich seines 60-jährigen Priesterjubiläums überreicht bekam.
Pfarrer Winsauer zeigt die Kerze, die er anlässlich seines 60-jährigen Priesterjubiläums überreicht bekam. ©Edith Hämmerle
Menschen aus der Heimat: Pfarrer Franz Winsauer erzählt über sein Leben und über sein Hilfsprojekt.
60-jähriges Priesterjubiläum

Dornbirn. Wenn Pfarrer Franz Winsauer mit 86 Jahren auf ein erfülltes Leben zurückblickt, wirkt er sehr gelassen und dankbar, vor allem findet er es spannend bis zum heutigen Tag. Dankbar blickt er ebenso auf sein 60-jähriges Priesterjubiläum zurück, das er heuer am 7. Juli in der Hatler Kirche feiern konnte. Im Hatlerdorf feierte er auch seine Primiz. Vom damaligen Bischof Bruno Wechner wurde er 1959 zum Priester geweiht. „60 Jahre Priester, das ist eine lange Zeit“, schmunzelt der Seelsorger zufrieden. Zufrieden ist er auch mit seiner Berufswahl, die er keinen Moment bereut habe, ergänzt er noch. In Dornbirn machte er seine Anfänge. In der Pfarre St. Martin wirkte er 25 Jahre als Kaplan. Danach war er noch ein Jahr lang Pfarrprovisor in Riezlern, bevor er als Pfarrer nach Scharzach kam. Gerne denkt er auch an die Zeit als Religionslehrer in der Textilschule Dornbirn zurück, „die es heute ja nicht mehr gibt“, meint Winsauer und erwähnt im Nachsatz: „Gerade die Zeit im Umgang mit jungen Leuten war für mich sehr bereichernd“, auch im Dornbirner Kolpinghaus habe er Schüler betreut.

Hilfsprojekt Albanien

Nach dem Motto „Arbeit trägt Früchte“ gründete Pfarrer Winsauer das Hilfsprojekt Albanien, das er nach seiner Pensionierung zu seinem Lebenswerk machte. Was in Schwarzach mit vielen Unterstützern aus der Pfarrgemeinde klein begonnen hatte, trug reiche Früchte. Mit einem Lächeln erinnert er sich zurück: Bei einem Gespräch unter einem Nussbaum in Albanien sei der Stein ins Rollen gekommen. „Damals, vor 27 Jahren“, beginnt er zu erzählen, „bei einer Reise in ein für mich unbekanntes Land, wurde ich zum ersten Mal auf die ungeheure Not im nördlichen Bergland Albaniens aufmerksam.“ Diese Armut könne sich hier niemand vorstellen. Dabei lagen dem engagierten Seelsorger der Kontakt und die Gespräche mit den Menschen sehr am Herzen. „Selbst eine Entscheidung zu treffen war für diese Leute, die vom Kommunismus geprägt waren, beinahe unmöglich. Auch der Umgang mit Geld, das sie nie hatten, war sehr schwierig“, erinnert sich der Priester an blutige Anfänge, die sich allmählich zu einer Hilfe zur Selbsthilfe entwickelt haben. Vier bis fünfmal im Jahr reiste Pfarrer Winsauer jeweils für eine Woche dorthin, wo die Not am größten war, um selbst nach dem Rechten zu sehen, ob die Hilfsgüter, die regelmäßig auf den Weg geschickt wurden, am richtigen Ort ankamen. Noch etwas war ihm wichtig: „Wir drückten den Menschen das gespendete Geld (Familienpatenschaften) nicht einfach in die Hand, sondern reparierten damit ihre desolaten Unterkünfte. Später wurden Schulen, Krankenstationen und Kindergärten gebaut. Der erste Bau war eine kleine Kirche, das war für die Menschen sehr wichtig.“

Vertrauen auf Gott

Und jedes Mal, wenn er meinte: „jetzt geht es nicht mehr, woher soll das Geld kommen, das wir zum Weiterbau benötigen?“, dann war es sein großes Gottvertrauen, das ihm weitergeholfen hat. „Darauf konnte ich immer zählen“, sagt er, denn schließlich hat er den Bibelvers nach Paulus: „Ich vermag alles, in dem, der mich stärkt“, zu seinem Leitsatz gemacht.
Heute, mit 86, ist der Dornbirner Priester körperlich eingeschränkt. „Ich bin nicht mehr gut zu Fuß, meine Knochen sind nicht mehr das, was sie sein sollten“, deshalb gehöre das Reisen für ihn zur Vergangenheit. Auch dabei vertraut er auf Gott. Mit ihm zusammen meistert er den Alltag mit einem freudigen Herzen. Das Team für die Albanienhilfe, inzwischen sind es sieben Personen, macht weiter. Darüber ist er dankbar. Auch in seinem Heimatort Hatlerdorf, wo er seit seiner Pension zu Hause ist, wird er für sein Projekt laufend unterstützt. Gerade unlängst wurde ihm ein namhafter Betrag übergeben, erwähnt er den Erlös aus dem „Kartoffeltag“ des Hatler Missionsteams und von seinem Jubiläumsfest im Juli. „Alles Zeichen, dass es weitergeht“, lacht er, und es war spürbar, wie wichtig ihm das ist.

Zur Person:
Pfarrer Franz Winsauer
Alter: 86 Jahre
Wohnort: Dornbirn-Hatlerdorf
Beruf: Seelsorger
Priesterweihe: 1959
Hobby: Projekt Albanien
Lebensmotto: „Ich vermag alles in dem, der mich stärkt.“

 

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