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6 Jahre Haft für Bankspionin

Eine Chilenin, die Bankkunden ausspioniert hatte, damit ihre Komplizen deren behobenes Geld rauben konnten, ist am Mittwoch im Wiener Straflandesgericht rechtskräftig zu sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Die 47-jährige Frau wurde wegen gewerbsmäßigen schweren Diebstahls schuldig erkannt. Die Geschworenen glaubten ihre Behauptung, ihre Mittäter – von ihnen fehlt jede Spur – hätten ihrer Meinung nach nur Taschendiebstähle und niemals einen Raub begehen wollen.

In zumindest zehn Fällen hatte die Frau ihre Kundschaftertätigkeiten ausgeübt. Seit sie nach Europa gekommen war, hatte sie regelmäßig Probleme mit den Strafgesetzen: 1987 wurde sie in Belgien wegen Diebstahls zu drei Jahren Haft verurteilt. Weitere Gefängnisaufenthalte folgten, unter anderem in der Schweiz und Deutschland.

Das Geld habe sie für Drogen gebraucht, erklärte die Endvierzigerin am vergangenen Montag in ihrer Einvernahme dem Schwurgericht (Vorsitz: Minou Factor). In Wien habe sie sich zunächst als Prostituierte durchgeschlagen, ehe sie die Mitglieder einer Räuberbande kennen lernte.

Diese rekrutierten sie als „Spionin“ für ihre Beutezüge. Die Frau folgte den Opfern in die Banken und erteilte ihren Komplizen per Handy genaue Anweisungen, wo diese das Geld eingesteckt hatten. Dass diese dann ihre Opfer recht brutal bearbeiteten, um die Beträge zu erlangen, habe sie nicht gewusst, lautete die Verantwortung der Angeklagten. Sie sei davon ausgegangen, dass das Geld „einfach gestohlen“ werde.

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