6 Jahre Haft für sieben Überfälle

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Weil sie ihrem Freund zuliebe sieben Supermärkte überfiel, hatte sich am Freitag eine 19-Jährige vor einem Wiener Schwurgericht zu verantworten.

“Er hat alles geplant. Ich war verliebt in ihn”, gestand das Mädchen. Sie habe sich “am Anfang gar nicht getraut”, doch er habe bestimmt: “Das wirst du jetzt machen!”

Das Mädchen war mit 14 erstmals in Berührung mit Rauschgift gekommen. Schließlich landete sie bei Heroin und “falschen Freunden”, wie sie nun erkannte.

Speziell der ältere Bursch, mit dem sie eine Beziehung einging, tat ihr nicht gut. Der junge Mann, der bereits Gerichts- und Gefängniserfahrung besitzt, benützte sie nämlich offenkundig als Instrument, mit dem sich auch seine eigene Drogensucht finanzieren ließ.

“Er hat alles geplant. Er hat mir die Schreckschusspistole besorgt. Er hat den Tatort und den Fluchtweg ausgesucht. Er hat mir Handschuhe gegeben. Er war bei jedem Überfall dabei und hat draußen gewartet”, gab die 19-Jährige auf Befragen ihres Verteidigers Roland Friis an.

Prozessbeobachter wunderten sich, dass der Mann nicht als Bestimmungstäter mit auf der Anklagebank saß. Bei der Staatsanwaltschaft hieß es dazu, im Vorverfahren hätten sich keine konkreten Anhaltspunkte in diese Richtung ergeben. Die Angeklagte wäre erst knapp vor der Hauptverhandlung mit ihren belastenden Angaben herausgerückt.

Der Bursch muss nun mit einem Verfahren wegen Anstiftung zu mehrfachem schweren Raub rechnen. An die 18.000 Euro hatte die 19-Jährige bei ihren Beutezügen “eingenommen”, wobei sie sich zwischen Mai und August 2007 verbrecherisch betätigte. 20 Minuten nach dem letzten Überfall wurde sie in ihrer Wohnung in Wien-Favoriten festgenommen – die Polizei hatte einen anonymen Hinweis erhalten und kam gerade zurecht, als das Mädchen das Geld zählen wollte.

Sie habe keiner alten Frau auf der Straße die Handtasche wegreißen wollen, aber Bares benötigt, machte sie nun im Grauen Haus geltend. Deswegen sei sie “zum Billa gegangen”. Ihr Freund bekam nicht nur Geld für Suchtgift. Die 19-Jährige hatte ihm auch einen Gebrauchtwagen gekauft, nachdem dieser befunden hatte: “Wir brauchen a Auto!”

Das Urteil: Sechs Jahre Haft, nicht rechtskräftig.

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